bisher 1336 Besucher


Eintragen


Mittwoch, 24.09.2008 um 11:31 Uhr

Scully starrte noch einige Sekunden auf das Etikett der Flaschen und schüttelte ungläubig den Kopf.
„Das darf doch nicht wahr sein! Mulder …. An was können Sie sich noch erinnern?? .... Nun sagen Sie schon … ich meine … haben wir … aber nein … das kann doch gar nicht … „
„Scully, ganz ruhig bleiben! Panikattacken helfen uns nicht weiter … was genau ist das denn jetzt für ein Zeug?“ unterbrach Mulder seine Kollegin in ihrem Redeschwall.
„Mulder, dieses „Zeug“, wie Sie es nennen, hat es ganz schön in sich! Ich denke mal, dass wir eine Art Krampfanfall hatten und deswegen hat man uns Phenobarbital Alpha verabreicht. Es gehört zur Gruppe der Barbiturate … entspannt, löst Krämpfe, wird als Narkosemittel verwendet und …. seit neusten Forschungserkenntnissen …. ähem … na, also wissen Sie … es wirkt auch sehr enthemmend, wenn man die Dosis nicht für eine Narkose kalkuliert hat … was ich damit sagen will ist ….es könnte sein, dass wir … “. Scullys Gesichtfarbe hatte sich fast dem Rot ihrer Haare angeglichen und sie druckste nur noch herum, verlegen um jedes weitere Wort.
Mulder rollte mit den Augen und befürchtete schon das Schlimmste.
„An was werden wir sterben?“ fragte er gerade heraus.
„Oh nein Mulder, sterben werden wir davon nicht … es ist nur so das …“ Scully schluckte, aber irgendwann musste sie es ja aussprechen. Also gab sie sich einen Ruck, atmete einmal tief ein, schloss die Augen, straffte die Schultern, zog das Bettlaken noch eine Runde fester um ihren nackten Körper, tat sonst noch alles, um ein wenig Zeit zu schinden, räusperte sich und legte los: „Eskönnteseindasswirunskörperlichziemlic hnahegekommensind..undmitziemlichnahemeineichsehrn ahe,vielleichtauchzunah!!!“ Scully atmete heftig aus. Sie hatte alles so schnell und hastig gesprochen, dass Mulder sie nun etwas verwirrt ansah.
„OOkaaaaaay … ich habe etwas von näher kommen verstanden, aber das war auch schon alles. Geht das auch etwas langsamer?“
Scully rollte mit den Augen. `Na gut, wenn er es also fast schriftlich brauchte und es war ja auch nur eventuell der Fall, dass es hätte passieren können … also quasi, wäre es auch möglich, dass rein gar nichts passiert ist und …`
„Sculllyyyyyy …. Bittteeeee!“ flehte Mulder nun schon fast und riss sie damit aus ihren Gedanken.
„Mulder, es könnte sein, dass wir etwas getan haben, was wir nicht mehr wissen und das wir vielleicht auch gar nicht wissen wollen …. oder vielleicht doch? Na, auf jeden Fall kann dieses Zeugs sooo enthemmend wirken, dass man unüberlegte Dinge tut …“
„Sculllyyyyy ……“
„Dass wir vielleicht miteinander geschlafen haben könnten!“ So, nun war es raus. Eine zentnerschwere Last war Scully vom Herzen gefallen. Als sie wieder aufsah und in Mulders Gesicht blickte, musste sie feststellen, dass er sehr amüsiert wirkte. Um genauer zu sagen, er konnte sich ein Losprusten vor Lachen kaum verkneifen.
„Ja klar, Scully, …. Es wird alles wieder gut! Erst halte ich einen Vortrag, bei dem Sie wie von der Tarantel gestochen flüchten, weil sie sich nicht mit einer meiner Bekannten verstehen, dann fällt der Strom aus, die Aliens greifen an, wir kommen ins Krankenhaus, aus welchen Gründen auch immer und nun sollten wir ausgerechnet hier Sex gehabt haben? Scully, also wirklich! Wenn sie das gern möchten, können Sie mich auch einfach danach fragen! Ich hätte bestimmt nicht nein gesagt!“ Mulders Grinsen zog sich mittlerweile bis zu beiden Ohren hoch.
„Mulder! Dieses Zeug lässt einen wirklich solche Dinge tun … oder glauben Sie etwa ernsthaft, dass ich mir so was aus den Fingern saugen würde?“
„Nun ja …. Lassen wir das doch erstmal bei Seite. Soooo schlimm wäre das ja nun auch nicht. Und ich dachte schon, wir hätten ein Gift gespritzt bekommen oder sonst was!
Ich denke, dass es jetzt viel wichtiger ist, hier herauszukommen. Die Aliens sind bestimmt noch unter uns … Aber Moment mal, vielleicht sind sie ja sogar hier!! Aber natürlich! Jetzt macht auch alles einen Sinn! SIE haben uns entführt und benutzen uns als sexuelle Testobjekte!! Das muss es sein!! Sie sind hiiiiieeeeerrr!!!
Scully zog eine Augenbraue in unbekannte Höhen, verkniff das Gesicht zu einer gequälten Fratze und verschränkte die Arme vor der Brust, wobei sie noch aufpassen musste, dass ihr dabei nicht das Laken entglitt.
„Mulder … das ist doch nicht
Ihr Ernst, oder?“
„Na dann sagen Sie mir doch mal, wo unsere Klamotten sind? Keine Schränke, keine Stühle, keine Kisten … nichts, wo sie sein könnten … abgesehen davon, dass hier außer den Betten und den Infusionsständern auch so nichts anderes mehr ist…“
„Mulder, nein! Ich weigere mich zu glauben, dass wir hier in einem von Aliens überwachten Raum sind! Wir sind keine sexuellen Testobjekte und wir haben bestimmt auch keinen Sex gehabt ..“ bei den letzten Worten war Scully immer leiser geworden, denn mit Sicherheit konnte sie nicht sagen, ob eine körperliche Vereinigung im Spiel war oder nicht.
Doch Mulder schien überhaupt nicht besorgt zu sein. Im Gegenteil: jetzt wanderte dieser Kerl auch noch im Zimmer umher und schien irgendetwas zu suchen.
„Mulder, meinen Sie nicht, wir sollten schleunigst herausfinden, wo wir sind, was wir hier machen und vor allem, ob sie vielleicht eventuell, möglicherweise, irgendwann in neun Monaten Vater werden könnten?“
Diesmal schien Scully die richtigen Worte gefunden zu haben, denn mit einem Mal hatte sie Mulders ungeteilte Aufmerksamkeit…



Dienstag, 19.08.2008 um 23:19 Uhr

Langsam öffnete Mulder die Augen. Das gleißend helle Tageslicht schmerzte in seinen Augen, so dass er versucht war sie einfach wieder zu schließen. Doch er musste wach bleiben. Er musste wissen wo er war, was mit ihm geschah. Und so blinzelte er gegen das helle Licht an und versuchte sich langsam aufzurichten. Das weiche Kissen gab unter seinen Ellbogen nach, so dass er sich mit etwas mehr Kraft hinsetzen musste. Eine ruckartige Bewegung und sein Kopf begann zu dröhnen. Was war geschehen? Er versuchte sich zu erinnern, versuchte die letzten Stunden zu rekonstruieren. Er fühlte sich eigentlich mehr als gut – bis auf die Kopfschmerzen. Aber ansonsten hatte er das Gefühl absolut ausgeglichen zu sein. Er kannte dieses Gefühl, zu gut. Ebenso wie er den Geruch, der im Raum lag, mehr als gut kannte.
Aber das konnte nicht sein. Er schluckte. Hatten die Außerirdischen etwa...? Er wollte gar nicht daran denken, versuchte den Gedanken daran zu verdrängen. Er schüttelte sich, nur um dies im nächsten Moment wieder zu bereuen, als er den dröhnenden Kopfschmerz wahrnahm. Vorsichtig versuchte er aufzustehen, als er bemerkte, dass er vollkommen nackt war. „Oh mein Gott, das darf nicht wahr sein!“ entfuhr es ihm. Also doch. Mulder riss das Laken vom Bett und wickelte es sich um den Unterkörper. Dann sah er sich zum ersten Mal wirklich um. Wo war er hier? Das alles erinnerte ihn stark an ein Krankenhauszimmer. Sein Bett war durch einen Vorhang vom restlichen Raum getrennt. Vorsichtig ging er darauf zu und zog ihn langsam zur Seite. Für einen Moment stockte ihm der Atem. Das durfte alles nicht wahr sein!
Er ging zu dem zweiten Bett und strich Scully sanft eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Er hoffte inständig, dass sie ihr nichts getan hatten, seiner Scully. Nicht noch mal.
Scullys Augenlider zuckten, ihr Mund bewegte sich kaum merklich, doch Mulder wusste, dass sie seinen Namen flüsterte. Zärtlich strich er ihr über die Haare, um sie zu beruhigen. Die Augen immer noch geschlossen, drehte sie sich zu ihm herum. „Mulder, was ist passiert? Wo sind wir?“
„Ganz ruhig, Scully. Alles okay. Ich bin bei Ihnen.“
Über Scullys Gesicht huschte ein leichtes Lächeln, als sie vorsichtig die Augen öffnete. Eben jene suchten kurz darauf die seinen, welche eine Mischung aus Zuneigung und Besorgnis zeigten. „Mulder, was ist los?“ fragte sie heiser.
Mulder schluckte, suchte nach Worten, er wollte sie nicht unnötig beunruhigen. Er versuchte zuversichtlich zu schauen, auch wenn er wusste, dass sie ihn eh durchschauen würde. „Es ist alles okay. Wir scheinen in einer Art Beobachtungsraum zu sein. Ich wette, hinter dem Spiegel dort verbirgt sich ein anderer Raum.“ Mulder zeigte zur gegenüberliegenden Wand.
Scully nickte kaum merklich. Eine Entführung. Na super. Aber wie waren sie hier hingekommen? Was war passiert? Sie versuchte sich zu erinnern, aber alles was sie erntete, waren erbärmliche Kopfschmerzen. Sie verzog das Gesicht, während sie sich vorsichtig aufsetzte. Erst als ihr dabei die Decke vom Oberkörper rutschte, bemerkte sie, dass sie vollkommen nackt war. Schnell zog sie die dünne Decke bis unter ihr Kinn. Mulder schien nichts bemerkt zu haben, denn als sie zu ihm herüber sah, studierte dieser noch immer den Raum. Aber wieso um alles in der Welt war er nur mit einem Laken bekleidet? Woran zum Henker konnte sie sich nicht erinnern?? „Mulder, wir müssen hier raus. Wer weiß wo wir hier sind, wer uns hier gefangen hält. Was man mit uns vor hat.“
Mulder nickte, ging zur Tür neben dem Spiegel, welche, wie er bereits vermutet hatte, abgeschlossen war. „Ja, Sie haben Recht.“ nuschelte er leise.
Erst jetzt nahm Scully den Infusionsständer neben ihrem Bett wahr und bemerkte die Butterfly-Nadel in ihrer Ellbogenbeuge. Sie straffte die Decke um ihren Oberkörper und versuchte das Etikett der Infusionsflasche zu lesen. „Phenobarbital Alpha. Oh mein Gott. Mulder!“
“Scully, was? Was ist das für ein Zeug? Haben die uns das gegeben?“



 
Dienstag, 29.07.2008 um 15:27 Uhr

Plötzlich schnürte ein grausamer Schmerz Mulder die Kehle zu. Scully in seinen Armen mutierte zu einem widerlich schleimigen Wesen, einer Nacktschnecke nicht unähnlich! „Oh Gott, Scully!!“ hörte er sich brüllen, bevor er das Bewusstsein erneut verlor.

Die Sanitäter sahen sich besorgt an.
„Das sollte eigentlich nicht passieren, dass er schon wieder das Bewusstsein verliert!“ –
„Allerdings… sein Puls ist aber stabil, ich würde sagen, Dr. Block soll sich drum kümmern, wir sind in vier Minuten in der Notaufnahme!“ –
„Ja, genau, meine Pause fing sowieso vor 10 Minuten an…“

Auf der Straße
Scully verlor den Rettungswagen aus den Augen. Sie krallte den erstbesten Feuerwehrmann am Kragen seiner Uniform, „In welches Krankenhaus fährt dieser Wagen?!“ zischte sie. „Äh, German Anatomie!“ stammelte der etwas ältliche Mann erschrocken. Sie stürmte weiter und versuchte fluchend ein Taxi herbei zu winken. Doch bei dem Großaufgebot an Feuerwehr kamen die Autos nicht mal annähernd in ihre Nähe. Was ist das nur für ein chaotisches Land, wo man ihre Autorität nicht unmittelbar würdigte, dachte sie verärgert.
Wie gehetzt versuchte sie zwischen den Absperrungen hindurch zu schlüpfen, drängte sich rücksichtslos an Menschen vorbei… und übersah das sich schnell nähernde Fahrrad…
Der Lenker erwischte sie genau an ihrer schmalen Hüfte, strauchelnd versuchte sie, das Gleichgewicht nicht zu verlieren, doch auf den Absätzen ihrer eleganten Schuhe ließ sich schwer balancieren. „Oh, nein!“, dachte sie… Scully stürzte schwer, schlug mit dem Kopf an der Bordsteinkante auf und verlor das Bewusstsein augenblicklich.

Der ältliche Feuerwehrmann hatte alles genau gesehen, lächelte ein wenig süffisant bevor er sich endlich in Laufschritt setzte, um zu Scully zu eilen. Schnell informierte er über Funk die Zentrale, die den Rettungswagen, der sechs Meter von ihm entfernt stand zu ihm schickte. „Bringt sie ins German Anatomie, ja?!“ sagte er zu den Sanitätern, die Dana sanft auf eine Trage hievten.
„Dort fahren wir doch sowieso hin, Klugscheißer!“ bekam er zur Antwort.
Der Feuerwehrmann beschloss, sich an diesem Abend ganz allein eine Flasche Oban zu gönnen, dieser Tag war einfach nur überflüssig gewesen.
Im Rettungswagen kontrollierten die Sanitäter Scullys Lebensfunktionen. „Soweit alles klar, sie hat sicher einen Schock, ich geb ihr mal was, bevor sie aufwacht und uns hysterisch die Bude voll kotzt!“ – „Obwohl die nicht so aussieht, als ob sie leicht hysterisch werden könnte… dürfte eine von diesem UFO-fanatischen Amiweibern sein, dem Ausweis nach zu urteilen…“ – „Amis sind doch immer hysterisch, höhö!“
Die Nadel der Spritze senkte sich in Scullys Arm, doch in ihrer Bewusstlosigkeit nahm sie das gar nicht wahr.

In der Notaufnahme
Dr. Block kaute hingebungsvoll an seinem privaten Thermometer herum. Er hatte mit mehr Patienten gerechnet, als er von dem Feueralarm bei der FedCon hörte. Stattdessen bekam er einen bewusstlosen Mann und eine ohnmächtige Frau mit einer leichten Schürfwunde am Hinterkopf herein.
„Dr. Block! Schauen Sie sich das an!“ rief die Schwester.
Man hatte den Mann und die Frau in das Beobachtungszimmer am Ende des Ganges gelegt. Bis auf die zwei Patienten in ihren Betten war das Zimmer leer. Dr.Block bewegte sich schneller, vielleicht wurde es ja doch noch interessant.
„Die Patienten krampfen, Sauerstoffgehalt im Blut sinkt drastisch!“ informierte ihn die Schwester.
„Virginia, geben Sie jeweils 100 Milligramm Phenobarbital Alpha!“ sagte er nach kurzem Überlegen.
„Willhelm, äh, Dr. Block, wir wissen doch gar nicht…“ setzte Schwester Virginia an.
Knapp schnitt Block ihr das Wort ab: „Geben Sie es! Die Untersuchungen mit diesem Medikament sind längst abgeschlossen!“
Brüskiert befestigte sie die Fläschchen am Ständer und legte die Zuleitung zur Infusionsnadel. „Auf Ihre Verantwortung, Doc!“ brummte Virginia noch, bevor sie den Raum verließ. Dr. Block lächelte amüsiert, er mochte es, wenn Virginia so aufmüpfig war. „Jetzt schauen wir mal, wie euch zwei Hübschen das schmeckt!“ brummte er, bevor er selbst das Zimmer verließ.

Mulder schwebte schwerelos im Raum. Seine Krawatte flog lustig vor seinem Gesicht umher, störte sein Blickfeld. Also war es wahr. Sie waren endlich da und haben ihn auf ihr Schiff gebracht. Er sah verschwommen technische Gerätschaften und in der Ferne eine helle Scheibe. Er war im Orbit der Erde! Wahrscheinlich auf einer Umlaufbahn, die die Satelliten und die Teleskope der NASA nicht berücksichtigen würden! Wo war Scully nur? Hatten sie sie auch mitgenommen? Oh Gott, wenn er ihr DAS erzählen würde! Sofern er sie überhaupt jemals wiedersah. Sein Herz krampfte sich zusammen… ein stechender Schmerz durchpulste ihn, der langsam wieder nachließ. „Mulder…!“ hört er es wispern. Da war sie, sie schwebte direkt vor ihm, wo vorher noch nichts war. Sie glitt auf ihn zu. „Mein Gott, Scully, jetzt glauben Sie doch endlich! Sehen Sie doch! Es ist alles wahr! Ich dachte, ich würde Sie vielleicht nie wieder sehn…“ er umarmte Dana, die sich zutraulich in seine Arme schmiegte. Seine Hand berührte ihr schönes Haar, er atmete den Duft ein, diesen köstlichen Duft von ihr, den er so liebte. Er suchte und fand ihre Lippen und der Kuss war köstlicher als alles, was er je erlebt hatte… seine Hände wanderten ohne ein Spur von Scheu über ihren schmalen Körper, liebkosten und erforschten. Scully rekelte sich in seinen Armen, genoss offensichtlich jede seiner Berührungen und langsam entkleidete er sie Stück für Stück…

Scully schwamm in einem See aus Licht. Sie wusste, etwas war passiert, an das sie sich nicht erinnern konnte. Methodisch versuchte sie ihr Gedächtnis zu erforschen, stellte aber bald fest, dass sie viel zu müde war. “Ich träume… anders kann es nicht sein…!“ Plötzlich hatte sie das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen, panisch ruderte sie mit den Händen. Das schien zu helfen, sie konnte wieder atmen. Aber wo war sie nur? Und wo war Mulder? Das war doch wieder typisch, er labberte ständig was von Entführungen und dann war sie immer das Opfer!
„Mulder…. „ murmelte sie. „Mein Gott, Scully, jetzt glauben sie doch endlich!...“ hörte sie ihn da. Er war direkt vor ihr! Er brabbelte wie üblich seinen irrationalen Extraterristischen Nonsense daher, aber er war da! Sie war so froh, ihn zu sehen, zu wissen, dass sie nicht alleine an diesem unbekannten Ort war. Er nahm sie wie selbstverständlich in die Arme. Es tat gut, sich mal an ihn anlehnen zu können, es war ja nur ein Traum, oder? Wie sanft er sie streichelte! Sie hob das Kinn und seine Lippen trafen die ihren. Sie hatte schon immer gewusst, dass er gut küssen kann… Seine Hände erforschten sanft ihren Körper und es war so, als ob er ganz genau wüsste, wo sich ihre Haut nach seiner Berührung sehnte. Sich wollte sich ihm hingeben, hier und jetzt. Alle Rationalität fahren lassen und diesem Mann auf ihrer Haut genießen, sich ihm mit allen Sinnen öffnen, ihn in sich aufnehmen. „Mulder, Mulder….!“ hauchte sie fasziniert… „Ich bin da, Scully, und ich lass dich nicht mehr los…“ hörte sie seine Antwort, zärtlich in ihr Ohr geflüstert, bevor sein Ton und seine Berührungen viel leidenschaftlicher wurden und sie sich ihm hemmungslos hingab.

Dr. Block und Schwester Virginia standen beide am Fenster, welches in den Beobachtungsraum zeigte. „Paradoxe Reaktion?!“ flüsterte Virginia fragend. „Ja, aber was für eine! Anscheinend haben sie aber Spaß dabei! Zu schade, dass sie sich danach an nichts erinnern werden …“ flüsterte Dr. Block zurück.
„Aber, was ist, wenn die Frau schwanger wird?“
Dr Block grinste dreckig, „Wir geben doch die Pille danach und wie immer in solchen Fällen, erklären wir die Blutungen damit, dass bei einem schweren Schock halt einiges durcheinander läuft im Körper!“
Schweigend sahen sie dem Mann und der Frau zu, die leidenschaftlich miteinander verknotet hemmungslos vögelten.
„Wollen wir…?!“ fragte Dr.Block. „Ach, Schatz, wir sind verheiratet, wir können es auch zuhause tun!“ meinte Virginia schelmisch. „Ja, aber hier sind die Betten bequemer….“
Und auch jenseits des Raumes, wo Scully und Mulder sich fröhlich vereinten, verschmolzen zwei Gestalten innig miteinander…





Freitag, 04.07.2008 um 10:55 Uhr

„Er kommt zu sich.“ hörte Mulder jemanden sagen. Moment mal, woher konnten sie seine Sprache? Lebten sie wirklich schon unter uns? War das Raumschiff gekommen, um die Siedler abzuholen? Oder neue zu bringen? Und was wollten sie mit ihm?
Mulder versuchte die Augen zu öffnen, aber er nahm nur verschwommenes wahr. Er versuchte sich zu erinnern, versuchte sich aufzurichten, aber alles was er erreichte, war dass er sich den Kopf am Dach des Wagens stieß und wieder zurück auf die Trage fiel.
Er merkte noch, wie ihm jemand etwas in den Arm spritzte, er wollte sich wehren, doch ihm fehlte die Kraft. Müde fielen seine Augen zu, das verschwommene Bild erlosch und da sah er sie wieder. Seine Scully. Sie stand vor ihm, die Arme in die Hüften gestemmt, die süßen Lippen spitz zusammen gezogen, macht sie ihr typisches „Ich habs Ihnen ja gleich gesagt“-Gesicht. Mulder lächelte. Ja, das hatte sie. Und sie hatte wieder mal Recht gehabt. Wie so oft. Nicht immer, aber oft. Manchmal hatte er auch Recht. Sogar ziemlich oft, wenn er es sich genau überlegte. Es war nur alles eine Sache des inneren Standpunktes. Genau. So. Er grinste Scully an. „Diesmal hatte ich wohl Recht.“ platzte es aus ihm heraus.
Scully seufzte. „Natürlich haben Sie das. Kleine graue Männchen landen ausgerechnet während ihres Vortrages auf einer Federation-Con, um die Menschheit zu vernichten. Aber sicher.“ Sie verschränkte die Arme vor der Brust und sah ihn scharf an.
‚Ich sollte etwas unternehmen bevor sie sich noch mehr über die Gefahren des Lebens lustig macht.’ beschloss Mulder und ging zu ihr herüber.
„Mulder, was...“ versuchte Scully zu protestieren, aber da hatte sie auch schon seine Lippen auf den ihren. Zärtlich fordernd küsste Mulder seine Partnerin und drückte sie sacht an sich...



Samstag, 28.06.2008 um 23:48 Uhr

Unterdessen war Scully gar nicht wohl in ihrer Haut: nachdem einer der Feuerwehrmänner ihr wieder auf geholfen hatte, befürchtete sie nun eine Standpauke, die sich gewaschen hatte! Warum tat Mulder ihr das nur an und verpfiff sie? Hätte er ihr nicht lieber persönlich Vorhaltungen machen können?
Aber nein, eigentlich geschah es ihr ja nur Recht. Warum musste sie sich auch so kindisch benehmen und den Feueralarm auslösen? ‚Ich dumme Kuh’ dachte sie und wusste gar nicht, wo sie hinsehen sollte. So bekam sie auch nicht mit, dass es Mulder war, der auf ihr gelegen hatte und der jetzt zum Krankenwagen getragen wurde.
„Wissen Sie, wo das Feuer ausgebrochen ist?“ wurde sie nun von dem netten Retter gefragt.
Sie spielte mit ihren Finger und konnte ihm nicht ins Gesicht sehen. „I-Ich .. ähem … also, gesehen habe ich nichts …“ stammelte sie verlegen.
„Naja, ist schon gut. Sie waren ja auch bewusstlos … sagen Sie mal, kannten sie den Mann, der hier bei Ihnen lag? Hat er sie niedergeschlagen?“ wollte der Mann noch wissen.
Scully überlegte fieberhaft, ob sie sein Gesicht überhaupt hatte erkennen können. Ihr war nur bewusst, dass er wohl stöhnende und ächzende Laute von sich gegeben hatte. Aber konnte sie das dem Feuerwehrmann sagen? Was würde der nur von ihr denken?? Nein, das war ganz unmöglich. Also schüttelte sie lediglich den Kopf und ließ sich von ihm zum Krankenwagen führen. Dort würden die Ärzte sich um ihre Kopfverletzung kümmern.
Als sie an der hinteren Türe des Rettungswagens saß und sich gerade verarzten ließ, hörte sie im Innenraum zwei Männer miteinander reden.
„Sieh dir mal diesen komischen Stift an, den hatte der Kerl hier in seinem Schuh stecken!“
„Keine Ahnung, was das für ein Teil ist, sieht aber ziemlich ulkig aus“.
„Meinst du, den kann ich mir einsacken?“
„Lass das lieber, wenn jemand wusste, dass er das Ding bei sich hatte, sind wir unseren Job los!“
Scully drehte sich vorsichtig um und sah gerade noch, wie der eine Krankenpfleger ein stiftähnliches Gerät in die Innentasche des Jacketts von dem Verletzten steckte, der auf der Trage lag.
Die beiden Männer stiegen aus, warfen ihr einen seltsamen Blick zu und gingen um den Krankenwagen herum. Wahrscheinlich wollten sie den verletzten Mann jetzt ins Krankenhaus fahren. Noch einmal ließ Scully ihren Blick zu dem großen Unbekannten schweifen. Irgendwas machte sie stutzig. Sie hörte ihn etwas nuscheln und so beugte sich Scully neugierig etwas weiter in den Wagen.
„Schie schint hiiiieeeeaaaa …. Wirklisch … Schkully, wo schind schie nur???“
Agent Dana Scully stolperte vor Schreck rückwärts aus dem Wagen und noch bevor sie sich wieder gefasst hatte, kam ein Sanitäter, schloss die Türe und der Rettungswagen setzte sich langsam in Bewegung.
„Mulder?? Mulder sind Sie das?“ Sie rief immer lauter und lief noch kurz hinter dem Wagen her. „Mulder! ... warten sie doch, anhalten! Das ist mein Partner da drin!!!“
Aber der Wagen für unbarmherzig davon, ohne das jemand der Insassen sie gehört hatte ….


Im Innenraum des Rettungswagens
Mulder hörte Stimmen, die sich über irgendeinen Stift unterhielten, der wohl in seinem Schuh gesteckt haben musste. Er erinnerte sich wage, dass er über komische Sachen gestolpert war, als er in dem Gang umherirrte. Vielleicht war er dort in was hineingetreten?
Plötzlich fummelte einer der Anwesenden an seinem Jackett und steckte ihm etwas zu.
Wollten die Aliens ihm einen Hinweis zukommen lassen oder halluzinierte er bereits? Hatte ihm jemand etwas eingeflößt?
Bei den ganzen wirren Gedanken wurde im ganz schwammig im Kopf und er murmelte vor sich hin.
„Schie schint hiiiieeeeaaaa …. Wirklisch … Schkully, wo schind schie nur???“
Minuten später meinte er Scully´s Stimme zu hören, doch da bemerkte er schon das Starten des Gefährts…



Donnerstag, 26.06.2008 um 23:02 Uhr

Sie trugen Helme und Overalls mit Reflektorstreifen. Natürlich, sie hatten Angst vor einer Kontamination!
Bereitwillig ließ sich Mulder von ihnen wegzerren. Eine Mischung aus Euphorie und leichter Panik durchströmte ihn. Wenn doch nur Scully da wäre! Er war so besessen auf der Suche gewesen, daß er vergessen hatte zu überlegen, was eigentlich nach dem Erstkontakt passieren würde. Würde er doch noch auf dem Seziertisch landen? Oder die Antworten finden, nach denen er sich sehnte? Wenn doch nur sein kopf nicht so dröhnen würde! Er blinzelte, doch seine Sicht blieb verschwommen und er fühlte Übelkeit aufsteigen. Was war das nur? Ausserirdische Strahlung? Scully! die könnte ihm jetzt sicher vorrechnen, wieviel Strahlung der radioaktive Fallout eines UFO-Antriebs hatte und wie schlecht einem davon werden kann... nein halt, Scully glaubte ja nicht an UFOs... Wieder begann sich alles zu drehen und Mulder verlor das Bewußtsein, während er weggetragen wurde.



Dienstag, 24.06.2008 um 00:01 Uhr

Die Besucher der Fed-Con hatten sich unterdessen ins Freie gerettet. Feuerwehr, Rettungswagen und Polizei waren angerückt und versuchten die Anwesenden zu beruhigen.
"Es besteht kein Grund zur Beunruhigung. Bleiben Sie bitte ruhig." hallte es durch ein Megaphon. "Bitte bewahren Sie doch Ruhe!" versuchte es ein kleiner Polizist weiter, der, hätte er nicht auf dem Löschwagen gestanden, in der Menge wohl sang- und klanglos untergegangen wäre. Wobei, auch so nahmen die Con-Besucher wenig Notiz von ihm. Sie wuselten planlos durcheinander, Klingonen rannten hinter Borgs her, Vulkanier nahmen in Panik geratene Ferengi bei der Hand, und Apollos und Starbucks versuchten verzweifelt aus dem Wirrwarr der Science Fiction zurück in die Realität zu gelangen.
Inmitten dieser Gruppe voller Möchtegern-Imitatoren stach eine Frau besonders hervor. Ihre langen Beine und der schlanke Oberkörper von einem knielangen seidigen Kleid umhüllt, bewegte sie sich graziös und zielstrebig auf den Löschwagen zu. Eine blonde gelockte Haarsträhne wippte dabei nahezu neckisch bei jedem Schritt auf und ab.
"Sie sollen Ruhe bewah..." Dem Polizisten stockte der Atem, als er die Frau auf ihn zukommen sah.
"Sie müssen mir helfen." Ihre stimme klang rauchig, aber dennoch ruhig und umschmeichelnd.
Der kleine grüne Mann kletterte vom Wagen und sah zu der Frau auf: "Ich, ehm, ja. Was äh, kann ich denn, also, ehm, für Sie tun?"
"Mein Freund, er ist noch in diesem Gebäude." säuselte die Dame.
"Ihr, Ihr Freund?" stotterte der Polizist weiter.
"Ja. Er hat einen Vortrag gehalten, als der Alarm losging und plötzlich war er verschwunden. Sie müssen ihn finden."
"Natürlich, natürlich." erwiderte er und sah sich hilflos um.
Die Frau rollte mit den Augen. Wie bitte passte soviel Inkompetenz in so einen kleinen Körper? Und noch ehe der Polizist etwas unternehmen konnte, hatte sie ihr Anliegen auch schon zwei Feuerwehrmännern unterbreitet, die nicht zögerten und sofort ins Gebäude stürmten.

Mit heftigen Kopfschmerzen kam Scully wieder zu sich. Sie versuchte sich aufzurappeln, aber irgendetwas schien auf ihr zu liegen. Oder irgendwer. Verzweifelt versuchte sie sich zu erinnern. Was war nur Geschehen? Der Körper, der auf ihr lag begann sich zu bewegen. Scully hielt den Atem an. "Was, wenn das ein Alien war, welches sie niedergeschlagen hatte und wofür es sich nun rächen wollte?" dachte sie und schluckte. Sie hörte ein leises Stöhnen und Ächzen. Von irgendwoher kannte sie diese Laute. Hätte sie nur nicht so verdammte Kopfschmerzen...
Laute, sich nähernde Schritte unterbrachen jegliche Denkprozesse ihrerseits. "Sie kommen. Sie werden mich holen." dröhnte es in ihrem Kopf, als sie einen hellen Lichtkegel auf sich zukommen sah.
Aber Moment mal, diese Aufmachung kannte sie doch, das, das waren doch, na klar, Feuerwehrmänner. Na super. Man hatte sie erwischt. War doch klar, dass Mulder sie durchschauen und dann verpetzen würde.
Die Feuerwehrmänner hatten sie erreicht. "Bleiben Sie ruhig liegen, wir holen Sie hier raus."
Scully nickte stumm, während sie versuchte ihr unschuldigstes Gesicht aufzusetzen. Während der eine Feuerwehrmann den Körper, der über Scullys Beinen lag, vorsichtig wegzog, half der andere ihr auf.

Mulder versuchte die Augen zu öffnen, als er merkte, dass ihn jemand bewegte. Er nahm einen Lichtstrahl am Boden wahr und hörte jemanden reden. Es klang dumpf und unklar. Als er versuchte zu erkennen WER sich da an ihm zu schaffen machte, stockte ihm der Atem. Sie waren da, sie hatten ihn gefunden...



Sonntag, 22.06.2008 um 23:13 Uhr

Scully lief unterdessen immer weiter, in der Hoffnung, in dieser riesigen Halle endlich einen Anhaltspunkt zu finden oder besser noch, einen Ausgang.
Doch dieser war in der Dunkelheit, mit dem wenigen Taschenlampenlicht, nicht auszumachen. Daher war sie schon froh, als sie endlich an eine Wand kam, an der sie sich entlang tasten konnte. Irgendwann musste sie dadurch ja an eine Tür oder irgendetwas Ausgang-ähnliches kommen …
„Verdammt Mulder, wo sind Sie, wenn man Sie braucht??“ dachte sie und im gleichen Moment ertönte erneut ein Geräusch. Doch dieses Mal war es kein Knall, sondern es klang eher wie das Gepiepse eines Radargerätes oder so was ähnliches.
Erschrocken riss sie die Hände hoch, wobei sie die Taschenlampe verlor, die scheppernd zu Boden fiel und erloschen liegen blieb.
Sie hatte keine Zeit mehr, sich auf die Suche nach ihr zu begeben, denn am anderen Ende der Halle sah sie ein leichtes Licht aufflackern. Sie war starr vor Schreck und rührte sich nicht, denn die Lichter sahen aus, wie zwei Augen! Ein helles und ein blinkendes rotes Auge näherten sich und bewegten sich unruhig hin und her …. bis plötzlich ein greller Blitz die Dunkelheit für Sekundenbruchteile erhellte. Reflexartig wollte Scully sich wegdrehen, hatte aber nicht mehr an die Wand gedacht, mit der sie jetzt fürchterlich zusammenstieß. Wie in Zeitlupe sank sie an der Wand entlang, bis sie ohnmächtig am Boden liegen blieb.


Mulder betrat die Halle, die Augen auf den Lichtstrahl geheftet. Den Fotoapparat im Anschlag ging er darauf zu, als er hektische Schritte hörte und mit größter Hoffnung einfach drauf los knipste. Dann war auf einmal der Lichtkegel verschwunden und er hörte einen dumpfen Knall.
„Die Außerirdischen werden sich doch jetzt nicht einfach „weggebeamt“ haben?“, dachte er ungläubig. Er nahm die Kamera runter und verstaute sie wieder in seinem Jackett. Jetzt brauchte er die Taschenlampe auch endlich nicht mehr im Mund halten und nahm sie in die Hand. Sein ASK blinkte wie wild und zeigte ihm somit an, dass sich hier extraterrestrische Aktivitäten abspielten.
„Wenn Scully das hier sehen könnte ….“, kam ihm in den Sinn, während er versuchte, die Stelle auszumachen, wo er das Licht zuletzt gesehen hatte.
Die Größe der Halle gab ihm indes immer noch zu denken. Was mochte das hier sein? Und warum befand sich hier absolut NICHTS?? Wozu brauchte man eine so große Halle? Langsam setzte er einen Fuß vor den anderen und mit jedem Schritt manifestierte sich ein ungeheurer Gedanke in seinem Hirn: was, wenn das gar keine Halle war, sondern …. ein …. Raumschiff??
Es wäre ja nicht das erste Mal, dass er ein Raumschiff von gigantischen Größenverhältnissen sah … auch damals gab es riesige Hallen, lange Gänge, merkwürdige Geräusche, … . Nur, dass er es aus einem ganz anderen Grund entdeckt hatte …
„Scully…“, flüsterte er, „mir wäre wesentlich wohler, wenn Sie jetzt auch hier wären…“.
Was hatte sie sich nur dabei gedacht, einfach wegzulaufen? Soo schlecht war sein Vortrag doch auch nicht gewesen und seit wann gab sie einfach so auf, wenn jemand sich mit einer anderen Meinung äußerte? Es war ihm ein Rätsel …. doch das musste warten, denn jetzt wollte er DIESEM Rätsel hier auf die Schliche kommen!
Also ging er weiter, bis das Licht seiner Taschenlampe auf eine Wand traf. Glatt und eben ragte sie vor ihm einige Meter in die Höhe. Nicht ein Kratzer oder wenigstens irgendeine Verschmutzung war zu erkennen … doch halt! Was war das? An einer Stelle, die in etwa auf seiner Brusthöhe war, konnte er einen schwach rötlich schimmernden Fleck ausmachen. Das wollte Mulder sich näher ansehen und ging, den Strahl der Taschenlampe, sowie seinen ASK darauf gerichtet, näher heran. Er achtete nicht darauf, wo er hintrat, zu neugierig sahen seine Augen dem neuerlichen Fund entgegen … und so bemerkte er viel zu spät den am Boden liegenden Körper, fiel ungeschickt darüber und traf unsanft mit dem Kopf auf. Vor seinen Augen tanzten Sterne, die irgendwie wie kleine Scully-Köpfe aussahen, die ihn hämisch angrinsten und nur Sekunden später verlor er das Bewusstsein ….



Freitag, 20.06.2008 um 14:22 Uhr

Scully versuchte unterdessen, den Ausgang zu finden. Sie wollte eigentlich nicht mehr anwesend sein, wenn das Aufgebot an Feuerwehr, Polizei, Krankenwagen, Verteidigungsministerium und wer sonst noch alles auf den Alarm reagieren würde, eintraf.
Schließlich würde sie nachher im Hotel alles haarklein von Mulder erfahren …. und vielleicht auch, wer diese eingebildete, unverschämte, hochnäsige, besserwisserische, aufgeblasene Schnepfe war, die sich an Mulder rangemacht hatte …


Dieser stand unterdessen noch für einige Sekunden bewegungslos auf der Bühne, als auch die Sprinkler-Anlage losging. Das kalte Wasser ließ ihn wenigstens wieder klar denken und so setzte Mulder sich endlich in Bewegung. Aber nicht, um den panischen Menschenmassen hinterher zuhechten, sondern vielmehr, um den Notausgang hinter der Bühne zu benutzen.
Wenn er jetzt nicht auf Zack sein würde, dann wären die Aliens wahrscheinlich wieder weg, bevor er auch nur einen seiner Beweise bestätigt hätte. Das konnte er doch nicht zulassen!
Also suchte er mit der einen Hand in der Innentasche seines Jacketts nach der Taschenlampe und mit der anderen tastete er nach seiner Waffe …. für alle Fälle … „Oh shit“, dachte er, „wo hab ich die denn gelassen??“ Fieberhaft überlegte er, wo er sie abgelegt haben könnte …. Auf der Toilette hatte er sie doch gar nicht in den Fingern gehabt, oder doch? Nein, das war was andres …. Vielleicht im Hotel? Ja richtig, im Hotel! Scully hatte ihm nahe gelegt, die Waffe nicht bei sich zu tragen, denn bei so vielen verrückten Fans und „Übergeschnappten“ , wie Scully sie titulierte, sollte man lieber nicht mit einer Waffe rumrennen. Was, wenn die jemand in die Finger kriegen würde?!
Und wie immer hatte er sich von seiner Partnerin, mit ihrem doch sehr rationalen Denkvermögen, dazu überreden lassen. Eigentlich wollte er ihr ja auch hin und wieder das Gefühl geben, dass er gerne auch mal auf SIE hört, aber jetzt … in dieser Situation verfluchte er sie förmlich.
Doch es half ja alles nichts: wenn er die Aliens sehen wollte, musste er auch ohne Waffe weiter. Man kann ja schließlich nicht immer davon ausgehen, dass außerirdische Wesen grundsätzlich feindselig wären …
Plötzlich fiel die komplette Beleuchtung aus .. gab es jetzt wirklich ein Feuer oder waren die Aliens raffinierter, als er dachte?
Mulder hielt die Taschelampe wie ein extraterrestrisches Schutzschild vor sich und versuchte, in der Dunkelheit etwas zu erspähen …


Derweil war Scully auf ihrer Suche nach dem Ausgang nicht wirklich erfolgreich gewesen. Im Gegenteil, durch ihren wutentbrannten Abgang war sie völlig falsch gelaufen!
Und jetzt fiel auch noch der Strom aus … das hatte doch wohl nichts mit ihrer kleinen Racheaktion für Mulder zu tun, oder? War er ihr etwa gefolgt und erlaubte sich jetzt diesen niederträchtigen Scherz?
„Mulder, sind Sie das?“ rief sie ins Dunkel hinein. Doch außer ihrer eigenen Stimme, die echogleich durch die Halle schallte, hörte sie rein gar nichts.
„Mulder, wenn Sie das sind, kommen Sie sofort her! Ich warne Sie … das ist wirklich nicht der Augenblick für …“. Weiter kam sie nicht, denn ein lauter Knall lies sie herumfahren. Sie konnte nichts erkennen, es war stockdunkel und auch sie hatte bemerkt, dass sie keine Waffe trug. „Verdammter Mist!“ ,zeterte sie, „wieso ausgerechnet jetzt?“
Mit einem leichten Anflug von Panik suchte sie nach ihrer Taschenlampe. Wenigstens die saß noch an ihrem Platz.
„Jetzt hätte ich wirklich nichts dagegen, wenn Mulder hier auftaucht“, dachte sie, leicht um Fassung ringend, als sie auch schon leise, schnelle Schritte aus der Ferne wahrnahm. Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend, so völlig unbewaffnet dazustehen, versuchte sie an irgendeine Wand zu gelangen, um wenigstens nicht wie „Freiwild“ in dieser Halle zu stehen …


Mulder war den Gang schon um einige Schritte entlang gelaufen, als er eine Stimme vernahm. Sie hörte sich leicht verzerrt an, und schien aus einiger Entfernung zu kommen … und, hatte er sie nicht sogar seinen Namen rufen gehört oder sollte er sich doch getäuscht haben? Er kniff die Augen zusammen und leuchtete mit der Taschenlampe den ganzen Gang aus. Nichts war zu sehen, nicht mal das Ende des Ganges. „Das ist doch ein verdammter Notausgang, so lang kann der doch gar nicht sein?!“ Mulder wurde so langsam aber sicher ungehalten: jetzt hatte er die einmalige Chance, Aliens zu sehen und nun würden ihm die Katakomben in diesem dämlichen Gebäude noch einen Strich durch die Rechnung machen?? Das würde er nicht zulassen! Er bewaffnete sich mit dem Fotoapparat, mit welchem er zuvor schon die Schrift beweislich festgehalten hatte und ging schnellen Fußes weiter den Gang entlang …. immer schneller und schneller …
Plötzlich blieb er wie angewurzelt stehen: ein lauter Knall durchschnitt die Stille der Dunkelheit.
„Bitte nicht wieder wegfliegen“, dachte er verzweifelt.
Mit einem Mal fiel ihm wieder ein, dass er ja auch seinen ASK dabei hatte, auf den er seit dem letzten Fall nicht mehr verzichten wollte.
Mit dem ASK also in der ausgestreckten linken Hand, der Kamera in der Rechten und der Taschenlampe im Mund ging jetzt alles sehr schnell: auf nichts mehr Acht gebend rannte er wie von der Tarantel gestochen weiter, stolperte hier und da über am Boden liegende Gegenstände, die verdächtig nach Stiften aussahen und schlug sich beinahe noch einen Zahn aus, als er mit der Taschenlampe an einer Wand entlang schrappte! Doch dann sah er endlich in nicht mehr allzu großer Entfernung einen schmalen Lichtkegel auf und ab tanzen …
„Da sind sie … ich glaubs nicht …!“ Mit diesem kraftbringenden Gedanken ließ er endlich den Gang hinter sich, und fand sich plötzlich in einer anscheinend ziemlich großen Halle wieder …




Freitag, 20.06.2008 um 00:40 Uhr

Scully reichte es. Was glaubte diese blöde Kuh eigentlich wer sie war? Tauchte einfach so mir nichts dir nichts auf und will ihr dann etwas von der Wahrheit erzählen? Welche der vielen meinte sie denn?
Blindlings lief Scully durch die Hallen. Nur weit weg von dieser Vogelscheuche, die es gewagt hatte Mulder Fox zu nennen. Pah. Eine Dreistigkeit sondersgleichen. Sie konnte sich einfach nicht beruhigen, so wütend war sie. Auf diese Person und noch viel mehr auf Mulder. Da stand sie ihm all die Jahre beiseite, hatte sich die unsinnigsten Ideen und Theorien seinerseits angehört und ihm niemals auch nur einmal vorgeworfen verrückt zu sein - na gut, das eine oder andere Mal vielleicht schon. Aber trotzdem. Aus Prinzip. So.
Scully blieb stehen. Sie war längst nicht mehr in den Hallen, wo sich die versammelte Idiotie Hallo sagte. Sie sah sich um. Das musste eine nichtgentzte Halle sein. Wie auch immer sie hier rein gekommen war. Etwas erweckte ihre Aufmerksamkeit. Sie grinste. Genauso würde sie es Mulder heimzahlen.
Scully ging zur Wand, schlug mit ihrem Ellbogen die Scheibe des Feuermelders ein und drückte den Alarmknopf. Sofort ertönte ein schriller Alarm. Sie grinste. Jetzt aber schnell weg hier.

Mulder erklärte gerade die Theorien der Antriebstechnik der UFOs aus den 90ern, als der Alarm losging. Während im Saal alle Leute versuchten als erste durch die Tür ins freie zu gelangen, konnte man sehen wie es in Mulders Kopf arbeitete. Die anfängliche Verwirrung wich einem triumphierenden Grinsen. Sie waren da. Die Aliens kamen zurück.



Freitag, 20.06.2008 um 00:14 Uhr

"Wahrheit? Wahrheit??" Scullys Stimme überschlug sich fast schon hysterisch. Diese blöde Kuh wollte ihr was von Wahrheit erzählen? Sie, Scully war es doch , die jahrelang den Kopf hingehalten hatte für Mulders fanatische Suche nach dem Unerklärlichen.
365 Tage im Jahr befand sie sich in Alarmbereitschaft, ständigt verfolgt, entführt, bedroht, für Experimente mißbraucht, und diese Tussi wollte behaupten sie hätte Ahnung von der Materie?
Scully lief noch röter an,sprang geradezu von ihrem Stuhl und baute sich vor ihrer Rivalin auf.
"..äh....Scully...."warf Mulder ein, "bitte setzen Sie sich doch wieder, wir sind doch alle aus dem gleichen Grund hier..."
Scully unterbrach ihn wutschnaubend:"Ja natürlich, wegen der 'Wahrheit' !! Aber diskutieren sie das doch ruhig weiter im kleinen Kreis aus, mir reicht es jetzt, ich habe schließlich noch einen Job zu erledigen!"
"Achja, die Beweise ins Labor bringen, natürlich, vielleicht können wir ja dem Publikum später noch eine Sensation mitteilen!"freute sich Mulder schon.
Scully lachte bitter auf und man hörte nur noch das klatschende Geräusch als die Beweisplastiktüte auf Mulders Stirn aufschlug, bevor Scully aus dem Saal rauschte.



Donnerstag, 19.06.2008 um 23:34 Uhr

"Nun", begann Scully mit eiskaltem Ton in der Stimme, "Ihr Vortrag wäre ja höchst interessant, würden wir uns auf der Convention für außerirdische Actionfiguren befinden. Doch die findet leider hier nicht statt. Die von Ihnen so genannten Fakten und Beweise sind weder stichhaltig noch besonders wissenschaftlich, auch wenn sie durch ihre Einfachheit beeindrucken... im Jahr 1994 brachte Microsoft ein damals völlig neuartiges Bildbearbeitungsprogramm heraus, mit welchem sich Bilder wie diese von technisch leidlich Begabten im Nu faksimilieren lassen und außerdem..." Scully war in ihrem Element, als ihr Redefluß von einer ruhigen und sehr kraftvoll rauchigen Stimme unterbrochen wurde: "Madame Rouge, Sie sollten Ihren privaten Kleinkrieg nicht öffentlich aufführen... besonders, wenn Ihre Argumente nur auf Ihrer latenten Abneigung gegenüber dem was sich Wahrheit nennt beruht. Sie wissen, wovon ich rede, nicht wahr, Fox...?!" Scully schnappte empört nach Luft, die Worte blieben ihr aber im Hals stecken, als sie Mulders Gesicht sah.



Donnerstag, 19.06.2008 um 19:47 Uhr

Das war zuviel für Scullys eh schon geschundene Seele. Erst diese absolut unnütze Reise nach Deutschland zu dieser immens albernen Veranstaltung, dann musste Mulder das FBI mal wieder mit seinen Hirngespinsten ins Lächerliche ziehen und nun begann er auch noch mit einer anderen zu flirten. Sie ballte ihre kleinen Fäuste und knurrte leise.
"Gibt es bis hierhin irgendwelche Fragen ihrerseits?" durchbrach Mulder die Stille.
Das war ihre Chance. Scully erhob sich aus ihrem Sitz: "Ich hätte da eine Anmerkung." Mulder rollte mit den Augen. Warum war ihm das klar gewesen? Noch ehe er darauf eingehen könnte, tönte jemand aus der hinteren Reihe: "He, Sie, Rotschopf. Könnten sie vielleicht aufstehen, wenn Sie was sagen wollen?"
Mulder kicherte verhalten, als Scully sich erbost umdrehte und den Störenfried böse anfunkelte. Dieser sah sie verständnislos an und fragte: "Wird das heute noch was? Ich kann Sie sonst unmöglich verstehen."
"Ich stehe bereits." erwiderte Scully genervt.
"Was haben Sie gesagt?"
Mulder musste aufpassen nicht laut loszulachen, als Scully kurzerhand auf ihren Stuhl kletterte und dem Störenfried den Rücken zudrehte.
"Dürfte ich nun meine Anmerkung machen?" zischte sie und verschränkte die Arme vor der Brust.
Mulder nickte stumm, immer noch versucht nicht loszulachen.



Donnerstag, 19.06.2008 um 18:40 Uhr

Scully war erstaunt. Wo hatte Mulder nur diese ganzen Pseudo-Fakten aufgetrieben? Auch wenn sie über die "Beweise" nur müde lächeln konnte, erstaunte sie diese neue Herangehensweise doch. Vielleicht konnte sie aus Mulder doch noch einen vernünftigen Wissenschaftler machen.
Während sie ein Gähnen unterdrückte fiel ihr auf, daß Mulder aufgehört hatte zu reden, und den Blick durchs Publikum schweifen ließ.
Na bestimmt suchte er nach ihr um zu sehen, ob sie auch andächtig lauschte. Scully grinste und reckte sich ein bißchen in ihrem Sitz damit er sie besser sehen konnte.
Dann fiel ihr auf, daß sein Blick ganz woanders hängengeblieben war.
Sie verrenkte sich, um ein Gesicht erkennen zu können, aber sie sah nur noch, wie Mulder der Person ein wissendes Lächeln schenkte.



Donnerstag, 19.06.2008 um 01:57 Uhr


In Gedanken stellte er sich bereits eine Mulder-Actionfigur vor, ausgerüstet mit einem Alien-Such-Kompass (ASK) und natürlich mit einem Anti-Alien-Amulett (AAA). Das erste Exemplar würde er natürlich Scully schenken, damit sie auch endlich mal etwas zum spielen hätte. Wieder grinste er. Und wieder wurde er aus seinen Gedanken gerissen. Diesmal war es nicht Scully, sondern jemand vom Organisationsteam: "Mr. Mulder? Sind sie soweit?"
Mulder nickte. "Mehr oder weniger", dachte er und atmete noch einmal tief durch.
"Gut, dann kann es ja losgehen." Der Mann führte Mulder zum Bühnenaufgang und deutete ihm zu warten, während er die Stufen hinaufstieg und zum Mikro ging, das mitten auf der Bühne stand. "Ich freue mich jetzt einen Mann ankündigen zu dürfen, der sich in den letzten Jahren intensivst mit der Ufologie beschäftigt hat. Ein Mann, der sein Leben der Suche nach außerirdischen Lebensformen verschrieben hat. Bitte begrüßen sie mit mir vom FBI aus Washington: Special Agent Fox Mulder!"
Mulder hörte die Leute klatschen und ging langsam die Treppe zur Bühne hinauf. Er setzte sich auf seinen Platz und sah in die Menge. Er hatte nie im Leben damit gerechnet, dass so viele Leute kommen würden. Vielleicht hätte er doch lieber noch ein paar Sonnenblumenkerne mehr essen sollen. Nun war es zu spät. Da musste er nun so durch. Er räusperte sich.
"Die Wahrheit ist irgendwo da draußen... Wir alle wissen das, aber es gibt Menschen, die wirklich WISSEN wollen und jene geben ihre Zeit und ihr Leben der Ufologie. Was auch immer wir über die unidentifizierbaren Flugobjekte zu wissen vermeinen ist nichts im Vergleich zu dem, was diese Forscher beschäftigt. Es geht nicht um gefakte Bilder von Photoshopamateuren, es geht um die zufälligen Sichtungen von Dingen, die nicht unseren Naturgesetzen entsprechen. Und genau das gilt es zu analysieren. Wenn wir die Wahrheit wirklich erkennen wollen, müssen wir auch hinterfragen, was wir da zu sehen bekommen und wie das denn möglich ist. Die wenigsten von uns sind mit der Selbstverständlichkeit aufgewachsen, dass es extraterrestisches Leben überhaupt geben könnte. Im Allgemeinen wird angenommen, dass wir einzigartig sind. Ich sage, das ist ein Teil der Wahrheit. Denn jede Spezies ist für sich einzigartig. Unabhängig von ihrem eventuellen morphogenetischen Feld. Nicht die Sichtungen der frühen sechziger und siebziger Jahre sind es, die unsere Aufmerksamkeit fesseln, sondern die Bilder aus Mitteleuropa aus den Neunzigern. Auf Bild A1, Bill würden Sie bitte... Danke... perfekt..., sehen wir eine Sichtung direkt über einem See, man sieht deutlich das sich im Wasser reflektierende Flugobjekt. Aus Flughöhe, Standort des Fotographen und der Relation der Reflektierung in Wasser und Wellen ergibt sich eine Flughöhe von 3.000 km. Man kann deutlich die Antriebsfunktionen erkennen und ein derartiges Bild hat es bis jetzt nicht gegeben. Aufgenommen wurde es in einer Neumondnacht von einem professionellen Fotographen, welcher analog Bilder von Sternbildern über diesen See als Hobby fotografiert. Mit dem heutigen Stand der Technik können wir sagen, dass dieses Bild 100% echt ist."
Er hatte sich gerade „eingesprochen“, als ihn jemand aus dem Publikum unterbrach: "Mr. Mulder, ich als IT-Experte könnte Ihnen dieses Bild in 5 Minuten fälschen..."
Mulder nickte: "Ja, heute, aber dieses Bild liegt seit 14 Jahren im deutschen UFO Institut in Heidelberg auf. Und es ist nicht das einzige dieser Art. 1994 war ein außergewöhnliches Jahr, was UFO Sichtungen angeht, das nächste Bild ist aus dem nördlichen Österreich und zeigt exakt dasselbe Flugobjekt. Bild A2 bitte... Wie Sie genau erkennen können, sehen wir hier eine Hügelkette über deren Rand sich das selbe Flugobjekt befindet. Beachten Sie die zylindrischen Ausbuchtungen am linken unteren Rand des Objekts. Offensichtlich wurde dieses Bild aus größerer Nähe aufgenommen. Zieht man die Höhe in Betracht, in welcher sich das nördliche Österreich befindet, errechnet sich eine Differenz von circa 560 Meter, was genau die Verschiebung der Perspektive ausmachen kann, die vom vorigen Bild abweicht. Auch dieses Bild liegt seit 1994 beim österreichischen UFO Institut in Tulln auf. Meine Damen und Herren, wir haben hier Bildmaterial von wahrhaft historischen Ausmaß. Insgesamt kann ich Ihnen hier und heute 56 verschiedene Bilder aus ganz Mitteleuropa zeigen, alle im August des Jahres 1994 aufgenommen, die scheinbar ein und das selbe Flugobjekt zeigen. Wir können belegen, dass diese Bilder unabhängig voneinander aufgenommen wurden und ebenso in die Ufologie-Institute gelangt sind. Wir haben von jedem einzelnen Bild die Daten, wer wann wo dieses aufgenommen hat. Forscher der NASA haben sich seit Jahren damit beschäftigt, Widersprüche zu finden und Gegenbeweise anzutreten, die belegen sollten, dass es sich um Fakes oder Scherze handelt. Nichts dergleichen wurde gefunden. Ich habe ihnen heute Unterlagen mitgebracht, die Ihnen jeden Schritt nahe bringen, die unsere Wissenschaftler und die Forscher der NASA absolviert haben. Ich bin kein Wissenschaftler in dem Sinne, aber ich habe einen Verstand und die Fantasie, auch das Unmögliche zu denken. Was auch immer Sie glauben mögen, vergessen Sie niemals, Glauben heißt nicht wissen. Lesen Sie, sehen Sie, denken Sie. Erwarten Sie keine wissenschaftliche Abhandlung von mir. Ich kann Ihnen nur erzählen, woran ich mein Denken festmache. Ihre eigene Meinung müssen Sie sich selber bilden. Ich WEISS aber, die Wahrheit ist irgendwo da draußen. Es liegt an uns sie zu finden.“
Im Saal herrschte Stille. Niemand sagte etwas. Nicht mal ein Husten war zu hören. War das nun ein gutes oder ein schlechtes Zeichen? Mulder versuchte die Gesichter der Leute zu deuten. Er ging Reihe für Reihe durch, bis er sie sah. Ihr Blick war anders als der der anderen Leute im Raum. Während die meisten Anwesenden eine Mischung aus Erstaunen und Faszination ausstrahlten, konnte er ihren Gesichtsausdruck nicht so recht deuten.



Mittwoch, 18.06.2008 um 23:46 Uhr

Mulder stopfte auf dem Weg zur Bühne noch ein paar Sonnenblumenkerne zur Beruhigung in sich hinein. So langsam wurde er doch nervös. Normerweise ließ er ja keine Gelegenheit aus, Leute zum UFO-Glauben zu bekehren, aber er fragte sich, ob er hier richtig war?
Die meisten waren doch nur hier, um ihre Lieblingsschauspieler anzusabbern, und vermutlich seines Vortrages unwürdig.
Er quetschte sich auf dem Gang an ein paar hyperventilierenden Fans vorbei, die vermutlich gerade ein überteuertes Foto mit einem abgehalfterten Z-promi gemacht hatten.
Andererseits.... vielleicht konnte er hier tatsächlich neue Jünger gewinnen. Und mal etwas Abstand vom Intellektuellen würde ihm gut tun.
Er sah es schon vor sich, von Groupies umringt, Poster mit seinem Bild.. "Fox Mulder the sexiest Man in Ufology"...eigener Fanclub, Autogrammkarten, Merchandise..
Ha! Dann würde Scully garantiert endlich erkennen was für ein toller Typ er war !



Mittwoch, 18.06.2008 um 18:38 Uhr

Scully seufzte und schüttelte kaum merklich den Kopf. Warum konnten sie nicht einmal irgendwohin fahren, ohne dass Mulder gleich an jeder Ecke, hinter jeder Tür eine Alieninvasion witterte?
"Na gut, Mulder. Aber erst nach Ihrem Vortrag. Sie glauben doch nicht im Ernst, dass ich mir den entgehen lasse?" erwiderte Scully und setze ein überlegenes Lächeln auf.
Mulder schluckte. "Na super.", dachte er sich. Das hatte ihm gerade noch gefehlt. Warum hatte Scully nicht einfach im Hotel warten können, wie abgemacht?
Jetzt dürfte er sich am Abend bestimmt wieder eine ellenlange Predigt von ihr anhören, wie falsch er doch mit allem liege und dass das wissenschaftlich absolut unhaltbar sei. Er sah das ganze Szenario schon vor seinem innerem Auge: Scully würde nicht lange warten, sondern direkt, nachdem sie das Hotel betreten hätten, losreden: "Mulder, ihr Vortrag heute. Also wirklich, das ist doch alles nichts weiter als Science Fiction." Dazu würde sie ihre ernsteste Miene aufsetzen und ihn mit ihren blauen Augen fixieren. Ihre Augen, hach, wenn sie ihn so ansehen würde, dann könnte er eh nichts sinnvolles mehr erwidern. Es sei denn "Sie haben ja gar keine Ahnung wie weit meine Fantasie noch so geht" würde als halbwegs vernünftig durchgehen. Er grinste.
"Was ist denn gerade so witzig, Mulder? Verschweigen Sie mir bezüglich des Tütchens etwas?" Scully hielt die Tüte hoch und versuchte den Inhalt näher zu inspizieren.
"Wie bitte? Natürlich nicht. Ich, ähm, muss nun los, sonst komm ich zu spät zu meinem Vortrag." erwiderte Mulder und ließ eine verwirrt dreinblickende Scully zurück. "Männer." nuschelte diese und versuchte Mulder zu folgen.



Freitag, 13.06.2008 um 23:29 Uhr

Mulder drückte Scully das Tütchen mit den Farbpartikeln in die Hand. Das Foto von der Schrift wollte er vorerst für sich behalten. In so einer Umgebung wie der Fedcon auch noch mit echten Aliens anzukommen, nein, er wußte das wäre zuviel für Scully, für die nur Fakten, Fakten, Fakten zählten.
"Nutzen sie doch mal ihre internationalen myspace-Kontakte, hier in Bonn gibts doch bestimmt jemanden der Zugang zu einem Labor hat und sie mal ranläßt....äh....analysieren läßt"verbesserte sich Mulder schnell.
"Und was soll das sein?" fragte Scully entnervt. "Getrockneter Alienschleim? bröckelnde Schminke von den Klingonen?"

"Das sehen wir ja dann." Mulder lächelte wissend und freute sich schon auf seinen Triumph, wenn er endlich die heißersehnten Beweise in der Hand halten würde.



Mittwoch, 11.06.2008 um 12:57 Uhr

...gerade als er die Tür des stillen Örtchens öffnete, um sich wieder in das Tageslicht zu wagen, prallte er mir Scully zusammen. "Mulder! Wo stecken sie denn, ich hab sie schon überall gesucht!" Verdutzt blickte Mulder seine Partnerin an:" Was machen sie denn hier? Ich dachte sie warten im Hotel, weil sie sich auf keinen Fall meinen Vortrag antun wollten!"
"Ich hab es mir anders überlegt. Wann geht`s los?"
Mulder war sichtlich überrascht:" In fünfzehn Minuten! Aber wenn sie schon mal da sind, könnten sie mir einen Gefallen...." Mulder brach ab, als er den skeptischen Blick seiner Partnerin bemerkte.
"Könnte ich was?"
Mulder räusperte sich:" Na ja, ich hätte da ein paar Beweise, die man analysieren könnte! Nur um sicher zu gehen, sie wissen schon!" Scully rollte mit ihren Augen:" Und was sind das für Beweise?" In diesem Moment bereute sie ihren Entschluss, doch noch auf die Fed-Con gekommen zu sein. Denn was sie sah beunruhigte sie nun doch etwas. Es war das typische Glänzen in Mulders Augen, wenn er mal wieder eine seiner bahnbrechenden Entdeckungen gemacht hatte....



Donnerstag, 05.06.2008 um 15:17 Uhr

Konnte man diese Antwort denn für bare Münze nehmen?
Er war schließlich Spooky Mulder, der „Gläubige“, also beschloss er, dieser Sache genau auf den Grund zu gehen.
Als erstes machte er ein Foto von der Schrift, um sie später analysieren zu lassen. Vielleicht konnte man herausfinden, ob die Handschrift überhaupt von dieser Welt war?!
Und eventuell war es auch möglich, anhand der Farbpartikel herauszufinden, mit welcher Art Stift geschrieben wurde …. Mulder wurde immer aufgeregter. Konnte es sein, dass die Außerirdischen ein intergalaktisches Schreibutensil mitgebracht hatten?
Er nahm sein Taschenmesser zu Hilfe und kratzte vorsichtig ein wenig von der Schriftfarbe in einen kleinen Plastikbeutel, den er sonst für „gewisse Notfälle“ immer in der Tasche hatte.
Wieder einmal klopfte er sich innerlich auf die Schulter, weil er so gut ausgerüstet war.
Die Kamera hatte er nur zufällig dabei, denn es hätte ja sein können, dass sich hier auf der Fed-Con vielleicht wirklich Außerirdische eingefunden hätten, um zu sehen, auf welchem Stand die Menschheit inzwischen war…
Schnell sammelte er seine Sachen ein und verstaute seine neugewonnenen Beweise in den Innentaschen seines Jacketts.
Jetzt aber wurde es erstmal wieder ernst: er musste zurück zu den Menschenmassen, die immer noch nicht wussten, wie die Außerirdischen wirklich aussehen, um seinen Vortrag zu halten.
Obwohl, eigentlich könnte er auch noch kurz Scully anrufen, damit sie seine Beweise holt und diese schon mal zur Analyse bringt. Was würde sie wohl wieder dazu sagen?
Mulder schmunzelte, als er sich Scully vorstellte, wie sie sich auf die Herrentoilette schleicht, um seine Überlegungen mit ihren rationalen Theorien zu widerlegen…



[1] [2]

Einträge 1 bis 20 von 21



Eintragen