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Katharina |
Eingetragen am Freitag, 27.01.2012 um 17:14 Uhr
Hallo, vor knapp einem Jahr wurde mein Colliemixrüde hüftgeröngt. Die Diagnose war niederschmetternd - schwere HD beidseits, wobei das Gangbild und die Schmerzhaftigkeit noch schlechter war als man vom Röntgenbild ausgehend erwartet hätte. Die TÄ empfahl direkt eine TEP. Da man solch eine Entscheidung nicht mal nebenbei trifft und wir noch Möglichkeiten ohne OP ausschöpfen wollten, wurde er zunächst medikamentös mit Schmerzmitteln behandelt, bekam außerdem Homoöpathischs und Nahrungsergänzungsmitteln sowie intensive Physiotherapie inkl Schwimmen zum Muskelaufbau. Nach ca 3 Monaten konnte die Schmerzmitteldosis halbiert werden. Doch nach weiteren 4 Monaten musste sie trotz aller anderen Maßnahmen wieder erhöht werden und "Ricki" hatte weiterhin größer werdende Schmerzen und vor allem Verspannungen im Rücken (nicht zuletzt führt HD zu weiteren schweren Erkrankungen, z.B. Cauda Equina Kompressionssyndrom und Spondylose). Zu diesem Zeitpunkt wurde dann klar, dass er ohne eine OP nicht mehr lange durchhalten würde (Ricki ist 8 Jahre). Ich hatte schon im März 2011 Ihre Homepage zum ersten Mal gesehen, man stößt ja direkt auf sie wenn man nach künstlichen Hüftgelenken u.ä. googelt. Ich überflog sie eher, da ich eben da schon der Meinung war, dass Cinjas Komplikationen zwar sehr tragisch waren, aber definitiv die Ausnahme sind. Ich wollte mich nicht durch derart negative Erfahrungsberichte verrückt machen lassen. Kein Hundebesitzer stimmt "blauäugig" einer so großen OP zu, wie Sie auf der Sartseite schreiben - schon allein wegen der hohen Kosten! Die Erfolgschancen einer TEP liegen bei bis zu 96% - bei welch anderen OP gibt es das schon? 100% gibt es in der Medizin NIE. Und selbst eine Kreuzbandoperation hat (je nach OP Methode) mit 75-90% Erfolgschancen eine sehr hohe Quote, höher als in der Humanmedizin! Deshalb stand für mich fest Ricki auf jeden Fall eine künstliche Hüfte einsetzen zu lassen, denn mit der Physiotherapie kann man zwar den Muskelschmerz lindern, aber die Osteoarthrose schreitet immer weiter fort und der mechanische Schmerz durch die dysplatischen Gelenke bleibt. Ricki wurde am Montag in der Tierklinik am Weidenbach in Weilheim/Ammersee operiert. Ich brachte ihn hin, blieb bis er schlief dabei und konnte ihn am nächsten Morgen wieder abholen. Die Nachsorge macht unsere HausTÄ. Wir hatten das Glück dass die OP von Frau Prof Matis, eine absolute Koryphäe auf dem Gebiet der künstlichen Hüftgelenke, durchgeführt wurde. Gestern habe ich das erste Mal Ihre Homepage seit fast 1 Jahr wieder aufgerufen und hab mir sie etwas genauer durchgelesen. Ich finde es nicht in Ordnung, dass Sie aufgrund eines Einzelfalls gleich die ganze OP Methode in Frage stellen. Bei Cinja lag es sicher nicht an der zementierten Hüfte, dass es zu derartigen Problemen kann, sondern daran dass bei ihr der extrem unglückliche Fall der multiresistenten Keime auftrat. Wie Sie schon selber schreiben, birgt jede OP das Risiko dass sich Tiere bzw Menschen im OP Saal damit infizieren. Ja - das ist schlimm und hoffe natürlich sehr dass es bei meinem Ricki diese Komplikation nicht gibt - aber wie gesagt: es KANN ÜBERALL passieren. Leider. Wie es auch beispielsweise zu Todesfällen von Säuglingen in Kliniken kam aufgrund besagter Keime. Aber soll man jetzt grundsätzlich sein Kind zuhause bekommen? Und nie wieder in eine Klinik gehen? Sicher nicht. Und deshalb finde ich es auch überhaupt nicht gut, dass Sie auf Ihrer Seite derart plakativ schreiben "Hüft OPs können tödlich sein". Jede OP kann tödlich sein. Es gibt sicherlich zig Menschen, die von einer völlig missglückten vermurksten Kastration berichten können, die ja sogar eine vergleichsweise einfache OP ist. Aber soll deswegen bspw. garnicht mehr kastriert werden? Oder soll man Frakturen grundsätzlich von alleine zusammen wachsen lassen? Ricki hat - wie auch ein ehemaliger Tierheimhund, den ich betreute - von Frau Prof Matis eine zementierte Hüfte bekommen. Natürlich habe ich mich vorab über Vor/Nachteile der zementierten bzw zementlosen Hüfte informiert. Die zementierte hat - nicht so wie Sie schreiben - nicht nur Nachteile: Vor allem bei einem älteren Hund, dessen Knochen durch degenerative Prozesse bereits weniger stabil ist, ist eine zementierte besser geeignet (was mir auch ein weiterer unabhängiger TA bestätigte). Die Schrauben und Platten einer zementlosen können sich lösen oder abbrechen. Für junge Hunde ist sie sicher die bessere Wahl weil sie noch richtig "einwachsen" kann. Allerdings braucht sie auch nach dem Einsetzen länger um richtig stabil zu werden. Es gibt bei beiden Methoden Vor UND Nachteile. Gibt es bei der zementlosen Komplikationen ist es auch nicht so ohne weiteres möglich es zu korrigieren. Zur Denervation: Prof Fehr hatte mit der Aussage, dass diese nicht lebenslang etwas bringt, durchaus recht. Die Nerven bilden sich neu - es dauert zwischen 2 und 5 Jahren. Die Nerven dann ein zweites Mal zu durchtrennen ist nicht mehr möglich (bei Pferden wird auch häufig ein Nervenschnitt bei Sehnenproblemen in den Gliedmaßen gemacht, aber auch da hilft es nur für sehr wenige Jahre). Die Arthrose ist ja aber in der Zwischenzeit weiter fortgeschritten (der Hund spürte nur die Schmerzen nicht mehr) und schließlich hat dann der Hund größere Schmerzen als jemals zuvor. Die Denervation kommt also nur für sehr alte Hunde in Frage. Zum Thema Goldimplantation gibt es sehr sehr viele unterschiedliche Meinungen - ich habe mich darüber auch im Internet informiert. Letztendlich war für mich das Ausschlusskriterium, dass man nach einer Goldimplantation keine künstliche Hüfte mehr einsetzen kann, da die Umgebung nicht mehr "steril" genug ist. Diese These wurde zwar inzwischen teilweise wieder widerlegt, die Gefahr war mir aber einfach zu groß dass ich mir den Weg zu einer TEP damit verbaue bzw falls ich sie trotzdem machen lasse, meinen Hund einem höheren Infektionsrisiko aussetze. Zum Schluss noch ein mal zu meinem Ricki und wie seine OP bzw Vor und Nachsorge bisher abliefen: 4 Tage vor der OP wurde ihm Blut entnommen und kontrolliert. Hätte er da schon erhöhte Leukozyten o.ä. gehabt, hätte die OP nicht stattgefunden. Direkt vor der OP wurde nochmals das Blut kontrolliert, sowie auch heute bei unserer 1. Nachsorgeuntersuchung. Die OP Wunde ist schön glatt, sauber und trocken (Ricki trägt natürlich bis zum Fädenziehen einen Halskragen). Er bekommt noch bis Sonntag Antibiotikatabletten (Cefa). Seine Schmerzmitteln werden ab heute wieder drastisch reduziert, da er die operierte Seite eher schon zu viel belastet und sich zu wenig schont. Sein Gangbild ist noch wackelig, wird aber besser. Die TÄ ist zufrieden, der Kopf säße fest in der Pfanne, die Gefahr einer Luxation sehr gering. Ich hoffe dass alles weiterhin so gut läuft. Sollte es zu Komplikationen kommen, die evtl sogar mit einer Euthanasie enden, würde ich mir trotzdem keine Vorwürfe machen. Ricki wurde und wird bestmöglichst versorgt und wie gesagt ist eine TEP in der Regel sehr erfolgversprechend und vor allem bietet sie dauerhafte Schmerzfreiheit. Dass Sie den tragischen Tod Ihrer Hündin durch die HP vielleicht besser verarbeiten können und Hundebesitzer über eventuelle Gefahren aufklären möchten, kann ich nachvollziehen, aber Ihre Ausdrucks/Schreibweise gleicht schon fast einer grundsätzlichen Verteufelung der TEP. Die Hinweise über die Fehler der Klinik sind ok, aber meiner Meinung nach verunsichert/beängstigt der Rest mehr als das er nützt. Viele Grüße
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Pia |
Eingetragen am Dienstag, 17.01.2012 um 11:06 Uhr
Hallo, ich finde den Bericht äusserst hilfreich und ich finde es bewundernswert wie aufopfernd sie sich um ihren Hund gesorgt haben. Nicht jeder investiert soviel Geld in eine Behandlung. Ich habe Tierärzte auch schon sehr schlampig arbeiten sehen. Und vor allem grob. Manche Tierärzte meinen auch dass man selber als Hundebesitzer keine Ahnung hat. Wenn sich jedoch gegenteiliges herausstellt, reagieren die ach so gebildeten Tierärzte oft mit Anmassung, "sie seien aber was besseres", und Hochmut, anstatt als guter Tierarzt die Sorgen eines Tierhalters ernst zu nehmen und um Aufklärung in einem zeitlich unabhängigen Gespräch zu sorgen. Viele Tierärzte sehen nur das Geld und die Massenabfertigung. Solche Menschen sollten überdenken ob sie tatsächlich den richtigen Beruf gewählt haben! Es sollte mehr Menschen wie sie geben, die ihre Geschichte mit soviel Wissenswertem offenlegen! Vielen Dank!
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Neo |
Eingetragen am Sonntag, 15.01.2012 um 20:27 Uhr
Der geschilderte Fall ist ohne Zweifel tragisch. Bei der beschriebenen Infektion aber nach Bild-Manier von "Todeskeimen" zu sprechen, erscheint dem Außenstehenden doch etwas theatralisch.Und einem Hochschullehrer zu unterstellen, sich nicht fortzubilden ... Respekt, dazu gehört eine ordentliche Portion Anmaßung. Fakt ist, dass die zementierte Hüfte eine etablierte Methode ist mit Vor- und Nachteilen wie zementlose Systeme auch - egal ob geschraubt oder gepresst. Gemeinsam haben alle Systeme das gefürchtete Infektionsrisiko, das leider mit einer gewissen (und bekannten) Regelmäßigkeit um sich greift - egal wie mühsam der Antiseptik Sorge getragen wird. Aus statistischer Sicht zwar dennoch selten, aber für den betroffenen einzelnen Patienten bzw. seinen Besitzer eine Katastrophe, da eine Sanierung zwar theoretisch empfohlen werden kann, aber in praxi in der Regel nicht wirklich von nachhaltigem Erfolg gekrönt ist. Nun stellt sich jedoch die Frage, ob es trotz aller Tragik die, diesem Fall anhängt, wirklich notwendig ist, einen gewissenhaften Chirurgen und angesehenen Hochschullehrer im Internet derart zu verunglimpfen und ihn mit pseudo- und populärwissenschaftlichem Halbwissen anzuprangern? Zumal in einem auf die Tränendrüse abzielenden, scheinbar nur halbherzig korrekturgelesenen Artikel voller Tippfehler (exemplarisch "Fehldiagbose" & "Heidleberg" und Prof. Meyer-Lindenberg ist im übrigen immer noch falsch geschrieben). Es tut mir jedesmal leid, zu erleben, wenn Menschen der Illusion beraubt werden, dass (Tier-)Medizin eine heile Welt ist, in der nie etwa schief geht. Dann ist die Frage nach einem Schuldigen immer schnell gestellt und der naheliegendste ist - na, wer? Natürlich der Mediziner. Und bis die Erkenntnis durchdringt, dass es vielleicht doch nicht ganz so einfach ist, wird der Ruf des Kollegen erstmal freiweg angekratzt. Und um auf die Frage nach der Infektionsprophylaxe zurückzukommen, so muss Vermeidung als erste Antwort genannt werden - im aktuellen Fall wäre beispielsweise die Anschaffung eines Hundes mit HD-frei begutachteten Elterntieren ratsam gewesen. Das bringt zwar keine 100-prozentige Sicherheit, da die HD ja bekanntlich eine multifaktorielle Erkrankung ist, allerdings wird dafür bei immer mehr Rassen eine nicht zu vernachlässigende Heritabilität nachgewiesen. Abschließend möchte ich mich für die gestrige Wortwahl entschuldigen und Cinjas Hinterbliebenen mein Mitgefühl versichern.
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Anne |
Eingetragen am Freitag, 13.01.2012 um 14:33 Uhr
Danke für diesen ausführlichen Bericht. Bei unserer Hündin wird früher oder später auch eine Hüft-OP anstehen (hoffentlich später).Ihre Informationen und leidvollen Erfahrungen werden dabei hilfreich sein. LG Anne |
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Mandy www.enrico-del-sogno-grande.de |
Eingetragen am Donnerstag, 05.01.2012 um 07:34 Uhr
Hallo ihr lieben,zum Glück sind meine Hunde bisher gesund und ich hoffe das es auch so bleibt. Dennoch fand ich eure Seite sehr Informativ.Und ich finde es schlimm, was euch wiederfahren ist. Cinja wünsche ich ein schöns,unbeschwertes und vorallem schmerzfreise Leben auf der anderen Seite des Regenbogens. lg Mandy An diesen Eintrag wurde folgendes Bild angehängt: Bild |
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Blue |
Eingetragen am Donnerstag, 22.12.2011 um 15:45 Uhr
Hallo! Ich finde wirklich ganz schlimm, was Ihnen passiert ist und ich bin sehr betroffen... Nichtsdestotrotz gibt es auch positive Dinge über künstliche Hüften zu sagen. Bei meinem Golden Retriever Rüden wurde mit 7 Jahren schwere Athrose sowie HD in beiden Hüftgelenken diagnostiziert. Nach ca einem Jahr Behandlung mit Schmerzmitteln und langen Gesprächen mit unserem TA entschlossen wir uns den Hund in der Tierklinik am Kaiserberg in Duisburg operieren zu lassen. Die linke Seite war im Juni dran, die Rechte folgte im Oktober.. Was soll ich sagen? Der Hund erfreut sich seines Lebens, er spielt, rennt und springt herum und ist sichtlich erleichtert, keine Schmerzen mehr zu haben..Natürlich ist es eine schwere Entscheidung gewesen und es war nicht leicht, aber wenn es nicht anders geht, dann kann ich Duisburg und Dr. Saers sehr empfehlen! Liebe Grüße!
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Anja Cooper u. Kelly |
Eingetragen am Donnerstag, 15.12.2011 um 19:17 Uhr
Hallo, ich habe vor 4 Jahren meine Schäferhündin auch durch einen Stahphylococcus aurius nach Hüft-OP verloren. Sie ist nur 4 Jahre alt geworden. Sie wurde in Frankfurt bei Dr. Hach operiert, und ist mir trotz Nachoperation von innen vereitert. Aber es ist ja natürlich nicht möglich, daß der Keim bei der OP in sie gekommen ist. Habe lange um Sie gekämpft, und sie dann doch erlöst, als sie nur noch mit Morphin behandelt werden sollte. Es tut mir sehr leid um Euern Hund . Liebe Grüße Anja
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Burkahrd Thurau |
Eingetragen am Sonntag, 11.12.2011 um 18:25 Uhr
Da meinem Boxer morgen eine Kniegelenks - OP in einer Privatklink bevorsteht, lese ih z.Zt. alles über Op`s.Die Erwähnug derBaytril-Nekrose und der Infektionszeiten sind mir eine sehr wichtige Information. Es war nicht umsonst!!!!!!!!!! Danke für den Bericht. Alles Gute Burkhard |
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Steffy |
Eingetragen am Donnerstag, 01.12.2011 um 13:27 Uhr
hallo ihr lieben,mein Hund Charly (ein Schäfimix) ist jetzt 16 Monate alt. Vor 4 Monaten waren wir beim HD-Röntgen weil mein kleiner stark lahmte. Diagnose: beiseitg starke HD. Wir haben uns dazu entschlossen ihm ein künstliches Gelenk einsetzen zuslassen, wir haben auch nicht am Geld gespart und das zementfreie Implantat genommen. das ist jetzt 3 Wochen her. Bis jetzt ist alles wunderbar und ich kann es nur empfehlen, vorallem bei jungen Tieren. Die Investition lohnt sich. mfg |
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Roland Mohr |
Eingetragen am Sonntag, 27.11.2011 um 15:17 Uhr
An dem Umgang mit den Tieren ist die Qualität der Menschengemeinschaft zu bewerten. Euer Bericht hat mich bewegt und traurig gemacht. Die geschilderte tierunwürdige Behandlung in Hannover darf in einer zivilisierten Gesellschaft, derer wir uns rühmen, nicht vorkommen. |
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