Was für eine tolle Idee und wie gut, dass ich Ihre Seite gefunden habe bei meiner Suche nach Liedern für unsere Bewohner. Die Beobachtung, dass Lieder jeden, besonders aber auch Menschen mit Demenz, erreichen, habe ich bei meiner Mutter auch gemacht, die zeitweilig sehr depressiv war. Ein "weißt du noch?" und ein Anstimmen des Liedes reichten meist aus. So erfuhr ich auch den Text eines Liedes, dass sie mir als Kind immer vorgesungen hatte, an das sie sich aber später nie erinnerte. ich hab es mitgeschrieben, wenn ichs wiederfinde, schicke ich Ihnen den Text, wenn Sie möchten. Nun arbeite ich mit Menschen mit Demenz + multiplen Erkrankungen und Einschränkungen und erfahre täglich, dass Musik Gefühle weckt und Menschen erreicht. Vielen Dank für die mühevolle Aufgabe des Sammelns. Herzliche Grüße
Liebe Wiebke Hoogklimmer, herzlichen Dank für
Ihre freigiebigen Anregungen, die uns bei der
Marburger Altenhilfe per Mail erreichten und gerne
weitergeleitet wurden! Ich würde auch
ausdrücklich dazu ermutigen, vor allem
für Gruppenangebote einfache Begleitungen auf
der Gitarre oder mit dem Akkordeon zu erlernen.
Allerdings ist es noch einen Tick schwieriger,
dazu dann noch selbst zu singen... Das Singen mit
einer CD zu unterstützen, ist hilfreich vor
allem für den Vorsänger. Eine CD
abzuspielen, ohne selbst dazu zu singen, reicht
nach unserer Erfahrung ohne gleichzeitiges
menschliches Beziehungsangebot nicht aus. Was Sie
noch nicht ausdrücklich sagten, was aber in
Ihrer Filmaufnahme sehr gut erkennbar ist: Dass es
wichtig ist, gerade mit den Menschen mit Demenz
beim Singen solche Beziehung zu gestalten, also
zunächst mal nahe bei ihnen zu sitzen und
intensiven Augenkontakt bzw. zumindest bei
Sehbehinderten Körperkontakt anzubieten. -
Ich frage mich schon immer, was wir wohl machen
werden, wenn Menschen mit nicht-deutscher
Sozialisation zahlreicher in die
Altenhilfeeinrichtungen kommen. Dann haben wir
hoffentlich auch genügend türkische,
russische ... Kollegen, die sich in den
entsprechenden Kulturen besser auskennen. Herzliche
Grüße aus Marburg, Bettina Wolf
Liebe Bettina Wolf,
vielen Dank für Ihren Eintrag und die ausführliche Beschreibung! Sie haben vollkommen Recht: das Abspielen der CD reicht nicht aus, sondern es funktioniert nur in der Interaktion. Meine Idee war, mit dieser CD Menschen, die nicht so gut singen können, die Möglichkeit zu geben, durch das gemeinsame Singen mit ihrem Elternteil diese intimen Momente zu ermöglichen, die ich auch mit meiner Mutter habe. Zu Ihrem zweiten Punkt weiß ich, daß es inzwischen auch Senioreneinrichtungen für Menschen aus anderen Kulturen gibt. Es gibt auch gemischte Einrichtungen, in denen z.B. christliche und muslimische Feste gefeiert werden etc....Und ich nehme an, daß es dort auch entsprechendes Personal gibt, daß die Lieder der jeweiligen Heimatländer kennt.
Ich bin über ebede.net auf Ihre Seite gestoßen und finde sie sehr schön und werde sie auch nutzen - auch die Herkunft der Lieder ist immer wieder interessant. Ich habe selbst durch meine Arbeit mit dementiell Erkrankten mit dem Akkordeonspielen begonnen und es nicht eine Sekunde bereut, es bestätigt die Aussage "Musik ist der goldene Weg zur Demenz"!! Ich kann Ihre Erfahrungen nur bestätigen - von Mitsingen bis Mittanzen ohne jegliches Dazutun ist zu erleben - besonders bei schwerer Demenz - und dies ist mit keinem anderen Medium/ Angebot zu erlangen. mit lieben Grüßen A. Teubner
Ja Hallo, ich bin zufällig auf diese Seite gestoßen. Gerne und fast bei jeder Betreuung singe ich die Lieder von Früher und meine Leute sind "hin und weg". Gerne würde ich meine Liste erweitern. In welchem Liederbuch finde ich denn alle gängigen Volkslieder? Großes Lob für die bisher geleistete Arbeit.
Hallo Frau Billig,
in einem einzigen Liederbuch werden Sie alle gängigen Volkslieder nicht finden. Aber gerade die ältere Generation kennt die Lieder aus dem "Singenden Quell", dem "Kilometerstein" und dem "Zupfgeigenhansl". Diese Liederbücher können Sie recht preiswert gebraucht im Internet finden, z.B. bei Booklooker.
Liebe Wiebke, ich finde Ihre Initiative ganz toll. Mit einer Tante, die aufgrund fortgeschrittener Parkinsonerkrankung kaum noch spricht, geht gemeinsames Singen ganz toll. ich bin ohne musikalische Ausbildung, singe aber seit 63 jahren sehr gerne und überall, auch bei Wartezeiten auf Bahnhöfen. Mir schwebt vor, ähnlich wie eine Münstersche Initiative, im Rahmen von ehrenamtlicher Arbeit in einem Seniorenheim so etwas wie Ambulantes Singen einzurichten. Also für Bettlägerige Menschen eine Art Wunschkonzert -Singen mit den für sie biografisch bedeutsamen Liedern. Sammele gerade Gassenhauer,Operettenmelodien und Charts ab 1952 als mp3. Haben Sie oder jemand von den Lesenden damit schon Erfahrungen gesammelt? Frohe Grüße von der Nordseeküste Konrad
Lieber Konrad,
ich bin mir sicher, daß Ihre Idee gut ist! Es geht ja einfach darum, vertraute Musikstücke zu finden, und das sind nicht nur Volkslieder. Bei meiner Mutter funktioniert z.B. auch Tanzmusik (Hugo Strasser +Co), da meine Eltern früher Amateur-Turniertänzer waren. Statt die Tanzmusik mitzusingen, habe ich ihr zu ihrer Freude etwas vorgetanzt. Bestimmte Klassik-Stücke berühren sie auch. Bei anderen werden Gassenhauer, Charts oder Operettenmelodien funktionieren - je nachdem welche Erinnerungen sie daran verknüpfen.
Ich habe mich sehr über diese CD gefreut! Da die Lieder langsam und mit tiefer Stimmlage eingesungen sind, kann ich sie gut mit meiner Mutter zusammen singen, vielen Dank dafür! Diese CD sollte in jedem Altersheim eingesetzt werden!
Liebe Wiebke, bin über einen Link des Netzwerks Xing auf Ihre Webseite gestoßen und möchte Ihnen meine Begeisterung und mein Interesse kundtun. Die heilsame Wirkung von musizieren und singen hilft mir immer wieder Ruhe und Gelassenheit in der Hektik des Alltags zu finden. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude, Erfolg und Unterstützung bei der Umsetzung Ihres Projekts. Und Danke für die Liste der gemafreien Volkslieder. fröhlichen Gruß Jutta Barbara Sommer
Liebe Wiebke (ich darf Sie als Kollegin doch sicher so ansprechen?), auch ich kann Ihre Erfahrung nur voll bestätigen. Meine Mutter und ihre Schwester, beide übrigens ehemalige Opernsängerinnen, blühten bzw. blühen beim Vorsingen von (in diesen Fällen naheliegend) opern- und Operettenmelodien regelrecht auf und sangen mit mir mit, obwohl beide ansonsten kaum mehr ihre Umwelt wahrnahmen (wahrnehmen).
Musik hat so eine heilende, die Herzen öffnende Wirkung!
Ich finde es toll, dass Sie auf diese wunderbare Idee kamen und auch dass Sie den Mut haben, a capella zu singen (bei Profis durchaus nicht selbstverständlich!)!!!
Für die möglichst breite Verbreitung Ihres Projekts drücke ich Ihnen ganz fest die Daumen, auf dass Sie vielen Menschen mit Ihren Liedern und Ihrer schönen Stimme Licht, Freude und Zuversicht bringen.
Ihnen und Ihrer Mutter wünsche ich noch ganz viele beglückende Momente!
Liebe Wiebke, auch meine Mitter hatte eine Demenz und dazu noch einen sehr heftigen Schlaganfall bekommen. Sie konnte nach dem Schlaganfall nach 4 Monaten nicht mehr sprechen. Ich habe dann an ihrem Bett auch die Lieder vorgesungen, die sie kannte und bei ihr auch Reaktionen wie leises mitsummen gehört. Ich denke mit Liedern weckt mann ein altes Gefühl und Gefühle bleiben am längsten erhalten. Wenn es dir recht ist werde ich deine E-Mail an meine Schwester, die im Pflegeheim ehrenamtlich Alte Menschen betreut senden. Bis März alles Liebe Monika
Liebe Monika,
vielen Dank für Dein Feedback!
Ja, ich bin Dir dankbar, wenn Du meine E-Mail-Adresse und den Link zur Seite weiterleitest. Ich habe im Johanniterstift meiner Mutter auch erlebt, daß eine Schlaganfallspatientin, die nicht mehr spricht, alle Weihnachtslieder mit Text laut mitgesungen hat. Zur Weihnachtszeit hatte ich im Stift mit den MitbewohnerInnen meiner Mutter gesungen. Zuerst saßen alle zusammengesunken und stumm im Raum herum. Dann kam ein Herr mit Akkordeon, der spielte, aber nicht sang. So fing ich an, alle Lieder mitzusingen. Auf einmal stimmten alle mit ein, wurden fröhlich, machten bei den Refrains Quatsch wie die kleinen Kinder, und es war auf einmal eine richtig gute Laune in dem Raum.