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    Eingetragen am Sonntag, 05.02.2012 um 17:24 Uhr von Juliane
Noch mal ich...

Hab gerade hier gelesen, dass die Wissenschaft die Ursache für das Tragen von Frauenkleidern durch Männer der sexuellen Erregung zuschreibt.

Das wirkt auf mich so, als hätten da männliche Psychologen ihre eigenen Empfindungen einfach übertragen. Sie selbst würden sich wahrscheinlich nicht als Frauen fühlen, wenn sie Frauenwäsche tragen würden, aber sie würden vielleicht mit Erregung reagieren, vor allem, wenn es sich um getragene Frauen-Unterwäsche handeln würde. Es wäre für sie vielleicht so, als würden sie in männlicher Funktion von außen in eine Frau eindringen (als Ersatz eben in ihre Wäsche) während, wenn ich es richtig verstehe, TGs ja von innen heraus sich selbst als Frauen fühlen wollen.

Vielleicht haben die Theoretiker einfach unbemerkt ihr eigenes Empfinden übertragen - oder auch denkbar, sie können eine eigene latente Wunschsituation nicht zulassen und können deshalb das "Frau sein wollen" nicht zulassen und schieben es in die fast ausschließlich sexuelle Ecke, um es nicht an sich heran zu lassen.

Als Laiin finde ich es jedenfalls überhaupt nicht schwer zu verstehen, dass jemand einfach mit Frauenkleidern sich rundherum weiblich fühlen möchte. Kann doch sehr schön sein, sich weiblich zu fühlen - mit oder ohne Sexualität.

Aber vielleicht ist das für manche männlichen Psychologen auch eine unerträgliche Beleidigung - dass man freiwillig das andere Geschlecht sein mag, und das ohne sexuelle Befriedigung darin zu suchen, einfach nur so! Das könnte ja die tolle, bessere Rolle des Mannes in Frage stellen - das darf nicht sein...

Viele Grüße
Juliane


    Eingetragen am Freitag, 03.02.2012 um 18:45 Uhr von Juliane
Hallo

noch mal Juliane von vorhin.

Damit ich nicht mißverstanden werde mit der Wiedergeburt. Wenn ich meine, ich hätte evtl. noch nicht genug Erfahrung als "weiblich wiedergeborener Mann" (und könnte das sozusagen nachholen), dann will ich damit nicht sagen, dass Transgender, falls sie männlich wiedergborene Frauen sein sollten (wirklich nur mal als Hypothese) nur Erfahrung sammeln müßten, um männlich zu werden. Bei mir könnte das nach der Hypothese vielleicht zutreffen, weil ich möchte ja mein körperliches Geschlecht auch seelisch sein.

Aber es kann ja durchaus (nach der Hypothese) sein, dass jemand, der vorher Frau war, wenn er als Mann wiedergeboren würde, begreifen würde, dass das nicht das richtige für ihn ist und er doch besser in die Rolle der Frau paßt.

Überigens finde ich es sehr schön, dass Du auf Deinen Fotos das Weibliche wirklich sehr lustvoll und freudvoll ausdrückst. Irgendwie - ohne es näher erklären zu können und zu wollen, sagen mir Deine Fotos sehr viel Positives über Weiblichkeit. Vielleicht, weil Du weißt, wie viel Dir Weiblichkeit bedeutet, und Du sie daher wirklich schätzen kannst.

Liebe Grüße
Juliane


    Eingetragen am Freitag, 03.02.2012 um 17:32 Uhr von Juliane
Hallo Jula,

vielen Dank für Deine sehr authentische Website!
Ich war auf der Suche nach Infos zum Thema "Frau sein" und bin so auf Deine Seite gestoßen, die auch mir viele Aspekte zum Nachdenken gibt.

Es ist erst kürzlich passiert, dass ich begriffen habe, meine Mutter hat in mir wahrscheinlich weniger mich als meinen Bruder geliebt. Ihre eigenen drei Brüder (davon einer ihr Zwillingsbruder) sind im zweiten Weltkrieg vermißt. Sie hat wohl nie richtig getrauert um sie. Vielleicht hat sie gehofft, mit Kindern wieder eine ähnliche Familie zu gründen, wie die, in der sie aufwuchs. Sie gebar einen Sohn (Michael), dieser starb nach drei Tagen. Danach wurde ich geboren. Und ich vermute, sie hat verdrängt, dass ihr Sohn gestorben war und sie jetzt eine Tochter geboren hatte. Außerdem wollte ihre eigene Mutter schon nur Söhne und keine Tochter. Jetzt hatte meine Mutter eine Tochter - und konnte keinen Sohn mehr bekommen, da ich ein Kaiserschnitt war und man damals nach einem Kaiserschnitt keine weiteren Kinder mehr bekommen sollte. Außerdem habe ich kürzlich erst erfahren, dass meine Mutter selbst lesbische Neigungen hatte und ich vielleicht als Tochter ihr unheimlich war, oder eine Konkurrenz beim Vater, deren erotische Wünsche sie nur teilweise erfüllen konnte, wie ich seit neuerem weiß.

Ich glaube, meine Mutter hat deshalb aus mehreren Gründen einfach nicht an sich herangelassen, dass ich eine Frau bin. Ich war vielleicht einfach der verspätet geborene Sohn (der gar nicht gestorben war) Oder sie hat es nur so weit an sich herangelassen, wie es eben für die amtlichen und öffentlichen Belange notwendig war. In einer bayerisch konservativen Kleinstadt aufgewachsen, wo alle Zöpfchen und Röckchen hatten, mußte ich gegen meinen Willen Hosen tragen und ganz kurze Haare haben. Angeblich war ich nicht der Typ für weibliches Aussehen, meinte meine Mutter. Ich weiß auch, dass die Leute meine Mutter öfter fragten: "Ist das ein Mädchen oder ein Junge? Sieht aus wie ein Junge!" Gewünscht hatte ich es mir aber, wie ein Mädchen auszusehen, jedenfalls in jungen Jahren. Und angeblich wollte ich nie mit Puppen spielen. Aber warum habe ich mir dann von meinem Taschengeld und gegen den Protest meiner Eltern ("zu kitschig") eine Barby-Puppe gekauft? Es war auch in der Familie nie die Rede davon, dass ich später einmal Kinder haben würde, Haushalt führen usw. Sondern vielmehr davon, dass ich Wissenschaftlerin werden würde usw.

Mein Vater hat wohl unbewußt diese Haltung unterstützt. Erst jetzt ist mir klar, warum ich seine Reden über sexuelle Dinge hasse: nicht weil er mich damit anmachen wollte, sondern weil sie etwas kumpelhaftes hatten, so wie von Mann zu Mann. Komischerweise, jetzt wo meine Mutter zunehmend dement wird und ich viel mit ihm allein rede, ist diese Art völlig verschwunden.

So fühle ich mich zwar in erotischen Dingen (die meine Mutter ja auch kaum mitbekommen hat) als Frau, aber ansonsten mehr als Neutrum. Ich kann mich nicht gut kleiden und habe mich selten geschminkt. Als ich allerdings mit 25 meinen ersten festen Freund hatte und mich eine Weile lang weiblich anzog und schminkte, hatte ich einen Traum, dass meine Mutter das ablehnte und dass ich dann deswegen den Wunsch hatte sie zu töten. Das hat mich damals total überrascht, weil ich eigentlich eine freundliche Beziehung zu meiner Mutter hatte.

Ich will kein Mann sein, aber ich fühle mich auch nicht wirklich als Frau. In meinen Interessen bin ich teilweise männlich (allerdings Autos mag ich nicht besonders und Fußball interessiert mich auch nicht...) und weibliche Gesprächsthemen langweilen mich oft. Oder ängstigen sie mich - weil sie das in mir ansprechen könnten, was ich nicht wahr haben darf?

Es gibt bei mir eine gewisse Sehnsucht, eine verschleierte Taliban-Frau zu sein - dann hätte ich das Gefühl Frau sein zu dürfen hinter dem Schleier.

Und es gibt auf einmal das Gefühl, dass innere Verspanntheiten, innere Unruhe daher kommen, dass ich mich nicht traue, Frau zu sein. Dass ich, wenn ich mal nicht aufpasse auf mich, vielleicht Frau werden könnte.

Ich habe die Hoffnung, dass ich diese Ängste einmal, wenn vielleicht nicht ganz loswerden kann, so doch vermindern kann. Ich habe es leichter als Du, weil ja die Umgebung mich als Frau sehen will. Aber in einem Punkt habe ich es vielleicht auch schwerer als Du: ich weiß nicht so recht, was es eigentlich heißt, weiblich zu sein, weil ich das nie zugelassen habe und mich eher in eine Neutralität geflüchtet habe. Ich bin da jetzt - mit 55 - erst ganz neu auf der Suche.

Und mit der Frage, was bedeutet es eigentlich, Frau zu sein (Google "Frau sein") bin ich auf Deine Seite gestoßen. Vielleicht freut es Dich, dass die erste Seite, die ich finde, die mich zu dem Thema wirklich interessiert (es gibt sonst viele Seiten zur Sexualität oder Emanzipation, die ich nicht suche), Deine Website ist. Sie hat mir manche Anregung gegeben, z.B. die Geschichte mit der Kugel und der Wahrnehmung als Mann/Frau finde ich sehr klar und bereichernd. Oder der Satz, dass die Liebe so viel bewirkt (auch bei mir die Mutterliebe meiner Mutter, die mich meine Weiblichkeit verleugnen ließ und als gefährlichen Wunsch ansehen ließ). Ich habe noch nicht alles bei Dir gelesen, werde aber gerne noch weiter lesen.

Überigens gibt es Stellen, da bekomme ich das Gefühl, Du wünscht Dir, dass Dir andere Menschen sagen, Du solltest keine Rücksicht mehr auf andere nehmen und Deine Weiblichkeit überall leben. Vielleicht wäre das das Richtige für Dich - aber das kannst letzten Endes nur Du beurteilen - nur manche Passagen wirken so, als wäre das Dein ehrlichster Wunsch und Du würdest auf Bestätigung warten.

Ich hoffe, es macht nichts, wenn ich so viel schreibe.
Dass ich mich gut in das Leben eines Mannes hineinversetzen kann, ist mir schon länger klar, noch bevor mir das Verhalten meiner Mutter so deutlich wurde. Es gab eine Zeit, da habe ich mich mit Wiedergeburt beschäftigt. Ich weiß nicht, ob ich glauben soll, dass es sie gibt. Manches spricht dafür, manches dagegen. Es gibt jedenfalls auffällige Erinnerungen von Menschen an frühere Leben. Ob die real sind, Einbildung, oder einfach auch nur eine Art Einblick in das Leben anderer - ich habe keine Ahnung. Allerdings dachte ich damals, es würde passen, wenn ich früher in vielen Leben ein Mann war und jetzt erstmals eine Frau und mir die Erfahrung einfach fehlt (in Tibet z.B. gibt es die Vorstellung, dass man bei der Wiedergeburt auch das Geschlecht wechseln kann). Wie ich Deine Seiten gelesen habe, mußte ich wieder daran denken, dass diese Vorstellung auch das Empfinden von Transgendern erklären könnte. Aber wie gesagt, ich will nicht behaupten, dass es so ist, sondern es nur mal als mögliche Hypothese in den Raum stellen.

Ich wünsche Dir herzlich alles Gute!

Liebe Grüße
Juliane


    Eingetragen am Dienstag, 10.01.2012 um 10:51 Uhr von Michael(a)

Hallo Jula,
ich bin schon des öfteren auf deiner Seite gewesen und habe alles mit sehr großem Interesse in mich aufgesogen. Anders kann ich es nicht bezeichnen. Schon seit längerer Zeit fühle ich in gleichem Maße eine sehr weibliche Seite in mir, ohne daß diese so sehr überwiegt, daß ich vollends zur Frau werden will. Ich kleide mich halt nur sehr gern als solche und fühle mich dadurch auch wesentlich besser.
Meine Frau kennt mein Problem, kann damit aber nicht, oder vielleicht noch nicht umgehen. Sie geht mir in diesen Zeiten auch immer aus dem Weg, wenn ich Frauenkleidung trage.
Dadurch bin ich in einem sehr großen Zwiespalt, der mich manchmal recht depressiv werden läßt, da ich meine Frau über alles liebe und um nichts in der Welt aufgeben möchte, andererseits aber auch nicht ohne meine andere Seite leben kann und es für mich auch ein unsagbarer Traum wäre, diese Seite voll auszuleben.
Sicher stehe ich mit meinen fünfzig Jahren noch ganz am Anfang meiner Michaela, aber ich hoffe, daß ich auch optisch irgendwann einmal wie eine Frau aussehe, wenn ich mich dementsprechend zurecht mache.
Im Moment weiß ich jedoch nicht so recht, wie ich meine Frau, die mich ja auf diesem Weg begleiten soll, mehr für dieses Thema gewinnen kann, so daß sie es irgendwann nicht nur einfach akzeptiert, sondern mich auch so liebt, wie ich nun einmal bin. Vielleicht kannst du mir ja einen guten Rat geben, wie ich mich verhalten und ihr dabei helfen kann.

Liebe Grüsse aus Hamburg,

Michaerl(a)


    Eingetragen am Dienstag, 27.12.2011 um 08:43 Uhr von Chantalle
Hallo Jula. Habe über Weihnachten dein Buch mit Begeisterung gelesen. Vorallem da mir erst vor ein paar Tagen so alles klar wurde. Ich werde es sicher oft lesen und auch meiner Frau geben, die mich voll unterstützt. Danke für diese Buch Alles Liebe Chantalle


       Eingetragen am Montag, 14.11.2011 um 11:28 Uhr von Yahima
Hallo Jula,
eine wirklich tolle Webseite die Du da gemacht hast.
Danke dir.
Du hast die wichtigsten Couleur der Transen beschrieben. Es gibt noch unendlich viele Mischungen daraus, das sehe ich an mir und an einigen Transenfreundinnen von mir. aber alle zu beschreiben ist nun mal schlichtweg unmöglich. Und das drückst Du ja auch mit deinem Nachsatz das wir alle Individuen sind aus.
Ein wirklich großes Lob für deine Webseite.
lg Yahima


An diesen Eintrag wurde folgendes Bild angehängt: Bild


    Eingetragen am Dienstag, 01.11.2011 um 14:38 Uhr von Nicola
Hallo Jula,

nachdem ich länger nicht mehr auf Deiner Seite war, habe ich vor ein paar Tagen Deinen neuen Artikel zum Körpergefühl entdeckt: Großartig! So vieles davon trift genau auch mein Empfinden. Und all die Widersprüche an denen ich manchmal zu verzweifeln drohe führst Du hier zusammen.

Jetzt braucht es eigentlich nur noch die "Kleinigkeit" das zu Leben: Ja zu sagen zu meiner Identität und zu diesem einzigen, mir nun mal gegebenen Körper. Die letzten 2 1/2 Jahre, seitdem ich das erste Mal auf Deiner Seite war, bin ich schon ein ganzes Stück weit auf diesem Weg gekommen.

Vielen Dank für die vielen Anregungen aus Deiner Seite und Deinem Buch. Und alles Gute

Nicola


    Eingetragen am Samstag, 15.10.2011 um 18:08 Uhr von Mona Schwindt
Hallo Jula,
heute möchte ich Dir meine Dankenschön für das Buch Ich bin (k)ein Mann hier zum Ausdruck bringen. Ich habe mich in dem was ich las fast in allem persönlich Wiedergefunden. Meine Leben wurde dadurch bereichert und ich bin ein glücklicherer Mensch geworden. Ich traue mich jetzt unbekümmert in der Öffentlichkeit mein Frausein zu zeigen. Dir wünsche ich in deinem weiteren Leben alles Gute und viel Glück.

Liebe Grüße Mona


    Eingetragen am Dienstag, 27.09.2011 um 09:52 Uhr von Detlev
Hallo Jula
Durch Zufall bin ich auf Deine Seite gestoßen und muß sagen große Klasse. Die Biographie könnte meine sein. Habe mich auch einmal an einer Geschichte versucht und würde diese gern jemandem zum lesen vorlegen und dessen Meinung darüber zu erfahren. Viele Grüße
Detlev


    Eingetragen am Freitag, 09.09.2011 um 11:30 Uhr von Anke
Hallo Jula

Erst mal Glückwunsch zu deiner HP. Schön, übersichtlich und informativ.
Danke dafür.

Habe gestern dein Buch erhalten. Ganze 3 Tage musste ich darauf warten. Puh,, lange. Habe mit Sehnsucht darauf gewartet. Kannst dir sicher denken warum. Habe dann gestern bis in die Nacht gelesen. Bin bis Seite 105 gekommen und es hat mir schon so einige male die Augen geöffnet und Tpps für meinen weiteren Weg der noch ganz am Anfang ist gegeben.

Danke für dieses Buch.

LG


Anke


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